Mit Witz und Schlagabtausch

„Allerbeste Aussichten“ im Schäferhof Oberhone liefert Beobachtungen aus dem Alltag

Lieferten sich einen Schlagabtausch: Bille und Manni, gespielt von Susann und Matthias. Foto:  Rimbach

Eschwege. Das Stück "Allerbeste Aussichten" ist derzeit im Schäferhof zu sehen. Es überzeugt mit Witz und schnellem Schlagabtausch. 

Im Schäferhof duftet es nach Kaffee und Kuchen und es finden angeregte Gespräche statt. Das Theater-Kaffee, das dort mit dem Theater-Frühstück innerhalb der vergangenen drei Jahre bereits zur Tradition geworden ist, begeisterte gestern Nachmittag seine Gäste und ließ dabei kein Auge trocken.

Nachdem Matthias Schäfer bereits für das Stück „Ich wär’ dann soweit...“ in die Rolle des Manni Müller geschlüpft war, traf die Figur in der Fortsetzung nun auf Single-Frau Bille, dargestellt von Susann Schäfer. „Was wird passieren, wenn er mal von einer weiblichen Person Kontra bekommt?“, lautete die Frage, die sich Matthias Schäfer vor dem Schreiben der Weiterentwicklung des Stücks gestellt hatte, die nun unter dem Titel „Allerbeste Aussichten“ mit Witz, schnellem Schlagabtausch und Beobachtungen aus dem Alltag begeisterte.

Nach Kuchen und Getränken nahmen die beiden Darsteller das Publikum auf der kleinen Bühne mit in die Männersauna, in der Manni Müller zu Beginn des einstündigen Stücks eigentlich ganz allein sein möchte, um Zeit zum Nachdenken zu haben. Doch lange kann der Familienvater seine Ruhe nicht genießen: Bille betritt die Bühne und lässt sich weder von Mannis Einwand, dass mittwochs die Männersauna sei, noch von seinem Versuch, den Saunameister Sven ausfindig zu machen, beirren. Als er sich auf die Suche nach Sven begibt, wendet sie das Wort an die Zuschauer, berichtet von der Männerauswahl für Frauen ab 40, die den Angeboten im Discounter gleiche, und stellt fest: „Altern in Würde – kein Wunder, dass das im Konjunktiv steht.“

Während Bille von Exfreunden und aus dem Alltag einer Ernährungsberaterin erzählt, berichtet Manni unter anderem von den Kochkünsten seiner Frau: „Mensch, Bio-Tofu-Kräuter-Bratlinge – früher hat man dazu Meisenknödel gesagt!“ Eine Bitte um ein Passbild des Kindes zur Kennzeichnung des Party-Geschirrs und eine zuvor erbetene Information über eventuelle Lebensmittelunverträglichkeiten findet er in der Einladung zu einer Kindergeburtstagsfeier und beide erinnern sich daran, früher noch in Höhlen gespielt zu haben, „die der TÜV vorher nicht abgenommen hat“.

Die gut 50 Zuschauer des ausgebuchten Theater-Kaffees zeigten sich begeistert von dem neuen Stück im Schäferhof und stimmten unter anderem Billes Einteilung der vier Schnarchtypen bei Männern lachend und applaudierend zu. „Auch für uns ist es immer ganz schön, so nah an den Zuschauern zu sein“, erklärte Matthias Schäfer dabei vor dem Beginn des Stücks, das das dritte bei Theater-Kaffee und Theater-Frühstück aufgeführte ist und für gute Unterhaltung sorgt.

Von Eden Sophie Rimbach

Theater im Schäferhof: Allerbeste Aussichten

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare