Allgemeinheit soll für Privatwald zahlen

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Die Bevölkerung besuche die Privatwälder das ganze Jahr, um sich darin zu erholen. Gleichzeitig müsse die Allgemeinheit an Kosten beteiligt werden, um einen gerechten Ausgleich für die außergewöhnlich hohen sozialen Verpflichtungen und Leistungen der Waldeigentümer zu schaffen.

Werra-Meißner. Der Hessische Waldbesitzerverband fordert, dass bei Gesetzgebungsverfahren das Eigentum stärker zu schützen wäre. Außerdem soll die Allgemeinheit auch an den Kosten für Privatwald beteiligt werden. 

Gleichzeitig müsse die Allgemeinheit an Kosten beteiligt werden, um einen gerechten Ausgleich für die außergewöhnlich hohen sozialen Verpflichtungen und Leistungen der Waldeigentümer zu schaffen.

Der Wald werde wie keine andere Eigentumsart von der Allgemeinheit in Anspruch genommen, klagen die Waldbesitzer. Die Bevölkerung besuche die Privatwälder das ganze Jahr, um sich darin zu erholen. Die Wasserwirtschaft finde dort beste Grundwasserqualität für die Trinkwasserversorgung. „Die Kostenbelastungen für Pflege, Erhaltung und Wiederaufbau der Wälder trägt der Waldeigentümer aber fast ausschließlich allein,“ sagt der Präsident des Hessischen Waldbesitzerverbandes, Michael Freiherr von der Tann. 

Manche Duldungsverpflichtungen entwickeln sich mit der Zeit zur finanziellen Dauerbelastung. Wer seinen Wald an öffentlichen Straßen und Schienen hat, muss nicht nur für die Standsicherheit der Bäume am Straßenrand gerade stehen und umsturzgefährdete Bäume auf eigene Kosten fällen. Die Straßenbauverwaltung versucht oftmals auch, dem Waldeigentümer die Kosten für das Abnehmen der Leitplanken und die Straßensperrung bei Fällarbeiten am Straßenrand in Rechnung zu stellen. Die Waldeigentümer fordern, von solchen Kosten durch eine gesetzliche Regelung dauerhaft und rechtssicher entlastet zu werden.

Darüber hinaus bereitet der Klimawandel Waldeigentümern und Förstern große Sorgen. „Das Beseitigen abgestorbener Bäume und der Wiederaufbau klimageschädigter Wälder werden zur Daueraufgabe im Wald“, sagt von der Tann. Waldeigentümer und Förster seien zunehmend mit absterbenden Bäumen infolge Hitze und Trockenheit und zerstörten Wäldern durch Orkane konfrontiert. Hier fordern die Waldbesitzer mehr Unterstützung von Politik und Bevölkerung. (ts)

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