Als Kulturschule zertifiziert: Gymnasium hat Kultur im Fokus

Übersetzten die Thesen Luthers in mehrere Sprachen: Jessica Riebelig und ihre Klassenkameraden druckten mit Linolschrift die wichtigsten Gedanken Martin Luthers auf Papier. Foto: Kaiser

Eschwege. Rund 20 Schulen in Hessen dürfen sich Kulturschule nennen und seit Kurzem gehört das Eschweger Gymnasium, die Friedrich-Wilhelm-Schule, dazu. Das wurde am Freitag ordentlich mit einem bunten Programm gefeiert.

Ausschlaggebend für die Auszeichnung des Gymnasiums zur Kulturschule war vor allem der Wahlpflichtunterricht, der neue Präsentationsformate und ästhetische Zugänge als zentrale Elemente prägt. Auch der FWS-Tag und die anschließenden Projekttage waren ein wichtiges Kriterium für die Zertifizierung, denn diese tragen zur kulturellen Bildung sowie zur Gemeinschaft bei. Regelmäßig finden außerdem abends öffentliche Lesungen statt, die das Gymnasium auch für alle Interessierten zugänglich machen. Zukünftig übernimmt Andrea Umbach die Position der Kulturschulbeauftragten, während Katharina Lenz für die Organisation und Finanzierung des Kulturschulprogrammes zuständig ist.

Die Vorbereitungen für die Feier begannen schon am Donnerstag, hier starteten die Projekttage rund um den neuen Titel, besonders das Reformationsjubiläum stand im Fokus. „Wir haben unseren FWS Tag aufgegriffen und die Schüler selbst entscheiden lassen“, erzählte die pädagogische Leiterin Andrea Swoboda. „Wir sind total zufrieden mit den Ergebnissen, die Schüler haben viel Eigeninitiative gezeigt.“ Der Ausflug zur Wartburg und nach Eisenach hatte einige Schülerinnen und Schüler dazu inspiriert, einen ganz eigenen Audio-Guide zu erstellen. Andere hatten sich künstlerisch mit dem Leben Martin Luthers auseinandergesetzt oder die Wartburg als mathematisches Modell erstellt. Spielszenen rund um Luther ließen die Besucher ganz in die Welt vor 500 Jahren abtauchen und wer wollte, konnte sogar mittelalterlich Kochen. Tänzerisch wurde es in der Aula: Die Schülerinnen und Schüler zeigten den Wandel vom Schreittanz zum Rap.

Doch auch Themen, die sich nicht mit Luther und der Reformation beschäftigten, wurden präsentiert. Jacob Striening und Yannis Gauler lasen beispielsweise einfach aus ihren Lieblingsbüchern. „Wir hatten das Thema Lesen während der Projekttage“, berichtete Jacob. Die Klasse 9c setzte sich für die Feierlichkeiten mit „Kabale und Liebe“ von Friedrich Schiller auseinander.

Höhepunkt der Feier: 150 beleuchtete Luftballons stiegen in den nächtlichen Himmel. Zuvor gab der Spielmannszug einen Eindruck in seine Arbeit und spielte für das begeisterte Publikum. Dann war es so weit: und besiegelte die Feierlichkeiten. (sek)

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