Rodung einer Kirschplantage ruft Naturschutzbehörde auf Plan

Alte Bäume nur mit Erlaubnis fällen

Witzenhausen. Ob man Bäume fällen darf, sollte man vorher abklären. Denn oftmals muss das Roden, zumindest bei Bäumen außerhalb von Städten und Dörfern, genehmigt werden. Und nicht immer wird es auch genehmigt. Ansonsten kann beispielsweise einem ahnungslosen Obstwiesenbesitzer, der ausgeholzt hat, ein Bußgeldbescheid ins Haus flattern.

Im härtesten Fall ist ein Bußgeld von 50 000 Euro möglich. Überdies kann man auch zur Wiederherstellung der Bepflanzung verpflichtet werden. Es kann also ganz schön teuer werden, wenn man übereilt zur Motorsäge greift.

Der Hinweis kann schon für einen einzelnen Baum zutreffen, je nach dessen Lage und Zustand, sagt Friedrich Haselhuhn vom Fachdienst Natur-und Landschaftsschutz des Werra-Meißner-Kreises. Im Falle des Fällens aller hochstämmigen alten Kirschbäume auf einer fast zwei Hektar großen Fläche trifft es auf jeden Fall zu.

Dieser konkrete Fall am Warteberg oberhalb von Witzenhausen, der vor einem Monat von einer Gruppe Bürgern unter Federführung des Vereins Transition Town öffentlich angeprangert wurde, hatte die Naturschutzbehörde beim Kreis auf den Plan gerufen. Abgesehen davon, dass Rodungen wie diese „dem ästhetischen Empfinden vieler Menschen im Zusammenhang mit der traditionellen, in Deutschland einzigartigen Kulturlandschaft in und um Witzenhausen abträglich sind“, so sagt Gerhard Müller-Lang vom Fachdienst Landwirtschaft, habe sie in diesem Fall auch gegen Naturschutzrecht verstoßen.

Konkret geht es laut Müller-Lang um den Schutz von Biotopen, zu denen insbesondere die Streuobstwiesen zählen. Aber nicht nur: Auch andere Flächen spielten im Naturhaushalt unter Artenschutzaspekt häufig eine wichtige Rolle – „insbesondere wenn es sich um ältere, wenig gepflegte Anlagen handelt“.

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Von Stefan Forbert

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