Der Eschweger Turn- und Sportverein feiert ab heute den Geburtstag der vereinseigenen Turnhalle

Die „alte Dame“ Jahnsporthalle wird 100

Wurde im Lauf der Jahre immer wieder saniert und ausgebaut: Die Jahnsporthalle des ETSV ist Fit für das 21. Jahrhundert. Foto: Greim

Eschwege. Der Eschweger Turn- und Sportverein (ETSV) feiert ab heute den 100. Geburtstag der vereinseigenen Jahnturnhalle. Da die Halle 1913 als reine Turnhalle konzipiert wurde, nahmen dies die Verantwortlichen im Vorstand, allen voran Markus Claus, zum Anlass, für den Festkommers Freitagabend um 19 Uhr in der Halle am Stadtgraben den prominentesten deutschen Kunstturner Eberhard Gienger einzuladen.

Ob er auch seinen berühmten Gienger-Salto zeigt - es bleibt abzuwarten. Einblicke in seine Turnerkarriere wird es auf jeden Fall geben. Darüber hinaus sollen dem Publikum in Gesprächen und Interviews mit Prominenten und Mitgliedern des ETSV Einblicke in die Geschichte der Halle geboten werden.

Am Samstag treffen sich die Mitglieder um 14 Uhr am Jahnstein in den Anlagen, um – in Erinnerung an das Einweihungsprocedere vor 100 Jahren - von da aus gemeinsam zur Jahnturnhalle zu laufen. Es schließt sich dort ein ‚Tag der offenen Tür‘ an, zu dem alle Mitglieder, aber auch alle Interessierten willkommen sind.

Die Jahnsporthalle ist einfach etwas Besonderes: Abgesehen davon, dass es heutzutage nur noch wenige Vereine gibt, die über eine eigene Halle verfügen können, stellen sowohl Bau als auch Unterhaltung dieser Sportstätte bis heute ein gelungenes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement dar. Denn die Jahnturnhalle konnte nur entstehen und bis heute bestehen bleiben, weil auch Vorstände und Vereinsmitglieder immer wieder zu allen Zeiten bereit waren, für Bau und Erhalt der Halle ehrenamtlich tätig zu sein und darüber hinaus finanzielle Belastung zum Bau, Umbau und Renovierung gemeinsam zu schultern.

Um den Bau 1913 finanzieren zu können, bot der Verein damals Mitgliedern und Nichtmitgliedern sogenannten ‚Ehrenaktien‘ im Nennwert von 10 Mark an. Dadurch kam allein die Hälfte der Bausumme von etwa 22 000 Mark zusammen. Die Rückzahlung dieser zinslos zur Verfügung gestellten Darlehen erfolgte dann jährlich, in dem pro Jahr aus den Mitgliedseinnahmen mindestens zehn Besitzer dieser ‚Ehrenaktien‘ zur Rückzahlung ausgelost wurden. Es waren der damalige 1. Vorsitzende des Vereins, Karl Albrecht, sowie der Oberturnwart Wilhelm Stengel, die als treibende Kräfte das außergewöhnliche Projekt realisierten

Mehrfach wurde die ‚alte Dame Jahnturnhalle‘ im Laufe ihrer bislang einhundertjährigen Geschichte renoviert, verändert und erweitert, immer bildeten Eigenleistungen der Vereinsmitglieder neben Mitgliedsbeiträgen und staatlichen Zuschüssen die Basis für diese Aktivitäten.

Von Gerd Strauß

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