Alte Holzöfen dürfen nur noch bis zum Jahresende betrieben werden

Eschwege. Weil sie zu viele Emissionen in die Umwelt ausstoßen, müssen alte Holzöfen, die älter als 30 Jahre sind, schrittweise ausgetauscht oder nachgerüstet werden. Nächster Stichtag ist der 31. Dezember 2017 – Modelle der Baujahre 1975 bis 1984 sind dann von den Eigentümern außer Betrieb zu nehmen.

Für kleine und mittlere Feuerungsanlagen wie Kaminöfen gelten seit der Veröffentlichung der Bundesimmissionsschutzverordnung im Jahr 2010 strenge Grenzwerte für Schadstoffe. Bei den sogenannten Einzelraumfeuerstätten liegen diese Werte bei 4 Gramm Kohlenmonoxid und 0,15 Gramm Staub pro Kubikmeter. Übersteigen die Öfen diese Werte, dürfen sie nicht länger in Betrieb genommen werden. „Es gibt aber einige Ausnahmen, bei denen die Schonfrist nicht fällig wird“, erklärt der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger und Techniker der Kreisgruppe Werra-Meißner Jörg Gebauer.

Nicht betroffen von der in der Verordnung stehenden Regelung sind daher vor 1950 errichtete Feuerstätten, nicht gewerbliche Herde und Backöfen, offene Kamine, Grundöfen und Einzelraumfeuerungsanlagen, die für die ausschließliche Wärmeversorgung von Wohneinheiten genutzt werden. Wird eine Außerbetriebnahme dennoch fällig, rät Gebauer zur Anschaffung eines neuen Modells: „Nachrüsten mit einem Spezialfilter kostet um die 750 Euro, einen neuen Ofen gibt es hingegen schon ab 500 Euro.“

Die Aufforderung zur Aufrüstung oder Neuanschaffung zu ignorieren und den Ofen weiterhin in Betrieb zu nehmen, ist keine gute Idee. Dann schreitet das Ordnungsamt ein. „Wir weisen die betroffenen Personen dann nochmals auf die Außerbetriebnahme hin. Passiert nach acht bis zwölf Wochen nichts, wird ein Bußgeld fällig“, berichtet Oliver Pauscher vom Fachbereich Bauen und Umwelt des Eschweger Ordnungsamtes.

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