Bewährungsstrafe für junge Frau

Mit fremden EC-Karten zum Geldautomaten: Alte Leute gezielt beklaut

Eschwege/Bad Sooden-Allendorf. Weil sie alte Leute „gezielt beklaut“ hat, wie es der Staatsanwalt formulierte, ist eine 31-jährige Frau am Dienstagnachmittag vom Amtsgericht zu einer 15-monatigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Diese wurde für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Nach 77-minütiger Verhandlung sprach Richterin Kirsten Schmidt die Angeklagte des gewerbsmäßigen Diebstahls und Computerbetrugs in vier Fällen für schuldig. Mit ihrem Urteil folgte sie den gleichlautenden Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Nach Verbüßung einer gut zweimonatigen Untersuchungshaft in Kaufungen wurde der Haftbefehl gegen die voll geständige Frau aufgehoben, gegen deren Mittäter gesondert vorgegangen wird.

Nach Feststellungen des Gerichts ging die 31-Jährige immer nach demselben Muster vor: In Supermärkten, so auch in Bad Sooden-Allendorf, stahl sie in einem unbeobachteten Augenblick Geldbörsen aus der Handtasche älterer Damen. Neben Bargeld hatte sie es vor allem auf die EC-Karten der Opfer abgesehen. Weil gerade ältere Menschen dazu neigen, im Portemonnaie auf irgendeinem Zettelchen auch die Geheimnummer aufzubewahren, hatte die Angeklagte leichtes Spiel, um am Geldautomaten die Konten ihrer Opfer zu plündern. Insgesamt erbeutete sie auf diese Weise mehr als 3600 Euro.

„Das tut den alten Leuten richtig weh“, konstatierte der Anklagevertreter, denn die sähen ihr Geld nie wieder. Auch die Banken leisteten in solchen Fällen keinen Ersatz.

Zugute hielten alle Robenträger der Angeklagten, strafrechtlich bisher nicht in Erscheinung getreten zu sein und aus wirtschaftlicher Not heraus gehandelt zu haben. Strafmildernd wurden auch ihr umfassendes Geständnis und die erkennbare Reue der jungen Frau gewertet, die immer wieder von Weinkrämpfen geschüttelt wurde.

„Ich fühle mich schuldig, bedauere das sehr, und so was wird sich nicht wiederholen“, ließ die 31-Jährige ihr Schlusswort durch die Dolmetscherin übersetzen.

Wieder auf freiem Fuß, wollte die Frau sofort zurück nach Bulgarien, um ihre drei Kinder wiederzusehen, die derzeit von den Großeltern umsorgt werden. (zcc)

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