Altpapier muss künftig in die Tonne

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So gehts bald nicht mehr: Beistellungen werden nicht mehr mitgenommen. 

Das Altpapier im Entsorgungsgebiet des Abgfallzweckverbandes Werra-Meißner muss in der Tonne sein. Kartons und Papiere, die neben der Tonnen stehen, werden nicht mitgenommen. 

Werra-Meißner – In den Gemeinden des Abfallzweckverbands werden in Zukunft keine losen Papier-Beistellungen neben oder auf den Tonnen mehr mitgenommen. Das gab Verbandsvorsitzender Friedhelm Junghans gestern gegenüber unserer Zeitung bekannt. „Die zusätzlichen Mengen wurden im Laufe der Zeit immer mehr und verursachen hohen Aufwand und damit Kosten“, sagt Junghans und bittet um Verständnis für die Maßnahme.

Regelung gilt in allen Mitgliedsgemeinden des Abfallzwckverbandes

Die neue Regelung betrifft die Mitglieder des Zweckverbands Abfallwirtschaft (ZVA), zu dem Bad Sooden-Allendorf, Neu-Eichenberg, Berkatal, Ringgau, Großalmerode, Waldkappel, Herleshausen, Wanfried, Hessisch Lichtenau, Wehretal, Meinhard, Weißenborn und Meißner gehören. Neben dem erhöhten Zeitaufwand sehe der Vertrag mit der Entsorgungsfirma Fehr die zusätzliche Leistung auch nicht vor. In der Abfall- und Gebührensatzung ist das Vorgehen bereits verankert.

Kontrollen hatten lose Befüllung ergeben

Kontrollen hatten gezeigt, dass die Papiertonnen oft nur lose mit Kartons befüllt werden, der Rest stehe daneben. „Dabei passen eine Menge Altpapier und Kartons in die bereitgestellten 240-Liter-Tonnen. Es muss nur richtig zusammengelegt oder zerkleinert werden“, sagt Junghans.

Eschwege handhabt Entsorgung schon länger so

Die Kreisstadt Eschwege, die nicht dem Abfallzweckverband angehört, handhabt die Altpapiereinsammlung bereits seit zwei Jahren so und hat gute Erfahrungen mit dem neuen System gemacht. „Den Verbrauchern hat das erst nicht gefallen, wird jetzt aber akzeptiert“, sagt Uwe Schäffer, Leiter des Baubetriebshofes in Eschwege. Die Nutzer hatten es sich früher einfach gemacht, würden jetzt sorgsamer das Papier falten oder zerkleinern und so „Luft aus der Tonne lassen“. Gerade bei Schnee und Regen seien nasses Papier und Pappe schwierig einzusammeln gewesen. „Durch die Verzögerung ist unser gesamter Tourenplan durcheinandergeraten“, sagt Schäffer.

Zusatztonne kostenlos erhältlich

Sollte die herkömmliche Papiertonne nicht ausreichen, könne man beim ZVA eine kostenlose Zusatztonne beantragen. Außerdem bestehe die Möglichkeit, Altpapier kostenlos auf der Deponie in Weidenhausen abzugeben. 

Erlöse für Altpapier im Sinkflug

Die Erlöse für Altpapier und Kartonagen (PPK) sind in den vergangenen beiden Jahren stark gesunken. Die Fachpublikation der Euwid-Recycling und Entsorgung hat Ende 2019 berichtet, dass die Preise „ungebremst im Sinkflug“ seien. Von 2018 bis 2020 sei der Erlös je Tonne PPK um 66 Euro gefallen. Unter Abzug der Kosten für die Umladung verblieben derzeit weniger als 30 Euro pro Tonne. Die Stadt Sontra beispielsweise hat innerhalb eines Jahres 10 000 Euro weniger erlöst. 

In Witzenhausen sammeln die Vereine

Im Werra-Meißner-Kreis gibt es für die Entsorgung und Abfuhr des Altpapiers ganz unterschiedliche Regeln. Während sich der Zweckverband Abfallwirtschaft (ZVA) dem Eschweger Modell anschließt, gehen Witzenhausen und Sontra, die ebenfalls nicht dem ZVA angehören, eigene Wege. 

Sontra 

In Sontra sei man bei der Altpapierentsorgung „kulant“, wie Fachbereichsleiter Volker Stein mitteilt. Wenn es mal vorkomme, dass die Altpapiertonne nicht ausreiche, „drücke man ein Auge zu“. „Es kennt doch jeder: Wenn Weihnachten war oder eine größere Möbellieferung gekommen ist, reicht die Tonne nicht aus“, sagt Stein. Das sei aber die Ausnahme und nicht die Regel. Wenn es häufiger vorkomme, werde dem Verbraucher eine zweite Tonne zur Verfügung gestellt. Schließlich bringe die Entsorgung von Altpapier auch Geld. Allerdings nicht mehr so viel wie früher. Die Preise sinken wegen einer weltweit geringeren Nachfrage. China bestimmt hier den Markt. Nach einem Erlös von 43 000 Euro 2018 waren es in Sontra 2019 nur noch 33 000 Euro pro Jahr.

Witzenhausen 

In Witzenhausen gibt es überhaupt keine Tonnen, die überquillen könnten. Hier wird das Altpapier grundsätzlich gebündelt an den Straßenrand gestellt und dann von Vereinen ehrenamtlich eingesammelt und entsorgt. „Das hat sich bewährt und ist ein gutes Zubrot für die Vereine“, heißt es vonseiten der Stadt. Trotz der sinkenden Papierpreise. Pappe, Kartonagen und Altpapier werden dann in einem öffentlichen Container bei der Firma SCA entsorgt. Hier kann übrigens jeder Witzenhäuser sein Papier abgeben.

Eschwege 

In Eschwege kann Altpapier, das nicht mehr in die Tonne passt, kostenlos beim Baubetriebshof abgegeben werden. Auch hier ist ein größerer Abfallbehälter oder eine zweite Tonne kostenlos. „Seitdem wir das lose Altpapier nicht mehr mitnehmen, haben wir in Einzelfällen zusätzliche Tonnen ausgeliefert“, berichtet der Leiter des Baubetriebshofes der Stadt Eschwege, Uwe Schäffer. 

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