Wie von Christo verhüllt

Amt für Bodenmanagement in Eschwege wird für 100.000 Euro von außen saniert

Transparente Schutzhülle: Das sogenannte Behördenhaus an der Goldbachstraße, dass seit 90 Jahren Katasteramt oder Amt für Bodenmanagement beherbergt.
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Transparente Schutzhülle: Das sogenannte Behördenhaus an der Goldbachstraße, dass seit 90 Jahren Katasteramt oder Amt für Bodenmanagement beherbergt.

Die Fassade des Katasteramtes an der Eschweger Goldbachstraße wird jetzt aufwändig saniert. Das denkmalgeschützte Gebäude aus den 1920-Jahren wurde damals als Behördenhaus errichtet.

Eschwege – Auf den ersten Blick macht das Gebäude den Eindruck, der Verhüllungskünstler Christo wäre auferstanden. Doch die Hülle um die Außenstelle des Amts für Bodenmanagement (früher Katasteramt) hat keinen künstlerischen Zweck, sondern einen ganz praktischen: Die Fassade des 91 Jahre alten Gebäudes wird aufwendig restauriert.

Gebäude ist bereits verhüllt

Seit Ende August sind das Gerüst und die Schutzhülle um das Gebäude an der Goldbachstraße angebracht. „Das historische Gebäude steht unter Denkmalschutz, sodass die Arbeiten in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege ausgeführt werden“, wie Alexander Hoffmann, Pressesprecher des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen (LBIH) mitteilt.

Die Außenputz- und Malerarbeiten bestehen aus einer Untergrundreinigung, einer umfänglichen Überprüfung der Fassade mit eventuellen Reparaturmaßnahmen und einem mehrschichtigen Anstrich der Putzfassade. Die aus Holz bestehenden Außenfenster und Eingangstüren werden auch neu gestrichen. Sandsteinelemente der Fassade, wie Fensterbänke, Faschen und Traufen erhalten eine Oberflächenbehandlung und werden nötigenfalls ausgebessert. Der Sandsteinsockel des Gebäudes wird neu verfugt.

Bau im Stil der neuen Sachlichkeit

Das sogenannte Behördenhaus wurde Ende der 1920er-Jahre im „Stil der neuen Sachlichkeit“ erbaut. Der Bau dauerte lediglich eineinhalb Jahre. 1928 war der Rohbau fertig, im Januar 1929 wurde eingeweiht. Von diesem Zeitpunkt an zogen verschiedene Behörden in das Haus ein, das eine wechselvolle Geschichte hinter sich hat. Einzig das Katasteramt ist seit der ersten Stunde hier untergebracht – auch wenn es heute als Außenstelle des Amts für Bodenmanagement (AfB) in Homberg firmiert. Auch das Kulturamt war ein Mieter der ersten Stunde.

Spruchkammer, Gendarmerie und Bodenmanagement

Nach dem Zweiten Weltkrieg war hier für einige Zeit die für den Landkreis Eschwege zuständige Spruchkammer untergebracht, die sich um die Entnazifizierung der Bevölkerung kümmerte. Von 1958 bis 1966 fand auch die Eschweger Gendarmerie hier ein Zuhause. In der Außenstelle des Amts für Bodenmanagement in Eschwege arbeiten derzeit rund 40 Bedienstete. Sie kümmern sich um Liegenschaftskataster, Immobilienwertermittlung, Flurneuordnung und Flurbereinigungsverfahren im Kreisgebiet. Die Öffnungszeiten des AfB sind aufgrund der Coronavorschriften bis auf Weiteres ausgesetzt. Der Kundenservice bietet derzeit nur nach vorheriger Terminvereinbarung einen Notbetrieb für dringende Fälle an. In das über 90 Jahre alte Gebäude werden jetzt rund 100 000 Euro durch den Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen investiert. Noch bis zum Herbst soll an dem Gebäude gearbeitet werden. gds.hessen.de

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