Opfer leidet heute noch

Amtsgericht Eschwege: 5400 Euro Geldstrafe für riskantes Überholen

Werra-Meißner. Ein 56-jähriger Autofahrer aus dem Kreis hat mit einem riskanten Überholmanöver auf der B 400 zwischen Ulfen und Breitau vor anderthalb Jahren den Zusammenstoß mit einem anderen Pkw verursacht.

Dessen Fahrer wurde schwer verletzt und kämpft noch heute mit den Folgen. Wegen der fahrlässigen Körperverletzung verhängte das Amtsgericht Eschwege gestern eine Geldstrafe in Höhe von 5400 Euro.

„Es tut mir wirklich leid. Ich würde alles dafür tun, um es ungeschehen zu machen“, sagte der Unfallverursacher. Kurz nach Aufhebung des Überholverbots und der Geschwindigkeitsbegrenzung habe er zwischen den beiden Sontraer Ortsteilen am 18. Dezember 2015 gegen 18.45 Uhr zum Überholen eines Lkw angesetzt. 

„Ich habe bei Dunkelheit keine Scheinwerfer in der langen Rechtskurve gesehen, sondern nur Rückleuchten. Ich wusste aber nicht, dass in der Kurve direkt ein Linksknick kommt“, schilderte er. Daher dachte der Mann, er könne gefahrlos vorbeiziehen. „Als ich ausgeschert bin, habe ich zwei helle Lichter auf mich zukommen sehen. Ich lenkte sofort nach rechts.“

Zum Zusammenstoß zwischen beiden Fahrzeugen je vorne links kam es trotzdem. Den hat der Geschädigte ähnlich erlebt. Der heute 48-Jährige aus dem Kreis, der an einer Krücke ins Gericht kam, war mit seiner damals elfjährigen Tochter unterwegs. 

Während der Angeklagte nur Prellungen davon trug, waren bei ihm Schien- und Wadenbeine, Oberschenkelhals, Rippen und der Brustkorb gebrochen. Dazu kamen Hirneinblutung, Zwerchfellriss und ein Mittelfußbruch, der zunächst nicht erkannt wurde. „Daher wuchs der Fuß schief zusammen. Er wird nie wieder vollständig heilen.“ 

Wichtiger aber war dem Geschädigten, der schon 25 000 Euro Schmerzensgeld von der Versicherung bekommen hat, dass seine Tochter nicht schwer verletzt wurde. „Psychisch leidet sie aber noch darunter.“ 

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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