Freiheitsstrafe von sieben Monaten

Amtsgericht Eschwege: Bewährung für alkoholisierten Unfallfahrer

Amtsgericht Eschwege: Weil er alkoholisiert zwei Unfälle verursachte, Fahrerflucht beging und bei der Festnahme Widerstand leistete, wurde ein 47-Jähriger zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.
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Amtsgericht Eschwege: Weil er alkoholisiert zwei Unfälle verursachte, Fahrerflucht beging und bei der Festnahme Widerstand leistete, wurde ein 47-Jähriger zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Weil er alkoholisiert zwei Unfälle verursachte, Fahrerflucht beging und bei der Festnahme Widerstand leistete, verurteilte das Amtsgericht einen 47-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe.

Zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten, einer Geldstrafe von 600 Euro, Sozialstunden sowie Führerschein-Entzug für zunächst eineinhalb Jahre ist am Dienstag ein 47-jähriger Mann aus Karlsruhe vor dem Amtsgericht Eschwege verurteilt worden. Die Freiheitsstrafe wurde vom Gericht zur dreijährigen Bewährung ausgesetzt.

Der Mann hatte am Vormittag des 11. Dezember vorigen Jahres unter dem Einfluss von etwa drei Promille Blutalkohol innerhalb einer Stunde zwei Unfälle verursacht, hatte in einem Fall Unfallflucht begangen und bei seiner Festnahme in Witzenhausen die Polizeibeamten beleidigt und versucht, einen durch eine Kopfnuss zu verletzten. 

Angeklagter kann sich an keine der Taten erinnern

An keine der ihm vorgeworfenen Taten, sagte der Angeklagte vor Gericht, könne er sich erinnern. Das hielt das Gericht auch für glaubwürdig, denn der Mann stand zu dem Zeitpunkt nicht nur unter massivem Alkoholeinfluss, sondern hatte auch drei verschiedene „hochpotente“ Psychopharmaka im Blut, so der als Gutachter hinzugezogene Rechtsmediziner.

Der Angeklagte war an jenem Vormittag nach dem Genuss von reichlich Alkohol am Steuer seines Wagens zwischen Witzenhausen und Kleinalmerode in einer Kurve auf die Gegenfahrbahn geraten und hatte dabei ein entgegenkommendes Fahrzeug mit einem älteren Ehepaar aus Witzenhausen touchiert, sodass die Fahrzeugspiegel beider Wagen mit großem Getöse zu Bruch gingen.

Staatsanwalt: "Haarscharf an der Katastrophe vorbei" 

Wie Staatsanwalt Fabian Ruhnau in seinem Plädoyer sagte, war das „haarscharf an der Katastrophe vorbei“. Der 47-Jährige kümmerte sich jedoch nicht um den Unfall und fuhr weiter nach Witzenhausen, wo er auf dem Parkdeck des Edeka-Marktes einen Mercedes rammte. Hier wartete er allerdings geduldig mit den Zeugen des Unfalls auf die Polizei. 

Als die Beamten ihn allerdings in Handschellen zum Auto brachten, habe er sie nach Aussagen der Beamten wüst beschimpft und beleidigt. Vor der Wache in Witzenhausen versuchte der 47-Jährige dann mit einer Kopfnuss den hinter ihm gehenden Beamten zu verletzten. Der wich aus und rang den Angeklagten zu Boden.

Mit dem Urteil folgte die vorsitzende Richterin Schmidt im Wesentlichen der Forderung der Staatsanwaltschaft. Zur Geltung kam dabei, dass der Angeklagte zur Tatezeit nur vermindert schuldfähig war. Er zeigte Reue, entschuldigte sich bei allen Beteiligten und war voll geständig, obwohl er sich angeblich nicht erinnert.

Gericht geht von verminderter Schuldfähigkeit aus 

Im Fall des Unfallfahrers machte das Gericht die Paragrafen 20 und 21 des Strafgesetzbuches, die von verminderter Schuldfähigkeit ausgehen, zugunsten des Angeklagten geltend. 

Der Mann gab dem Gericht gegenüber an, seit seiner Kindheit schwer depressiv zu sein und deshalb starke Psychopharmaka zu nehmen. Nach einem Schicksalsschlag vor einigen Jahren begann er massiv zu trinken. Seither war er zweimal im Entzug und hat sich einer Langzeittherapie unterzogen.

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