Start im Juni

Amtsgericht Eschwege: Stellen für den neuen Servicepoint werden verdoppelt

Hier entsteht der neue Servicepoint: Am Eschweger Amtsgericht soll die hessenweite Anlaufstelle ansässig werden. Statt drei werden ab Juni sechs Stellen geschaffen, teilte am Dienstag Justizministerin Eva Kühne-Hörmann mit. Foto: Sagawe

Eschwege/Wiesbaden. Das Ziel des neuen Servicepoints sei klar: Man wolle die Wege für die Bürger verkürzen und wieder mehr Nähe zu den Menschen herstellen, sagte Justizministerin Eva Kühne-Hörmann am Dienstagabend vor dem Hessischen Landtag in ihrer Regierungserklärung mit dem Titel „Justiz stärken – Vertrauen sichern“. 

Von Nicole Schippers

„Wir müssen den Rechtsstaat auch in der Fläche stärken. Denn im ländlichen Raum ist jeder zweite Hesse zu Hause“, sagte sie in Wiesbaden.

Die Menschen erlebten im ländlichen Raum häufig, wie Geschäfte und Bankfilialen schließen und die jungen Menschen aus beruflichen Gründen in die Städte ziehen würden. „Ein Gefühl des Zurückgelassen-Werdens dürfen wir aber gar nicht erst aufkommen lassen“, so Kühne-Hörmann.

Für Amtsgerichtsdirektor Dr. Alexander Wachter ist die Entscheidung auch Standortsicherung. „Das könnte eine wegweisende Entscheidung sein“, sagt Dr. Wachter mit Blick auf die Entwicklung der Digitalisierung und die damit verbundenen Chancen für den ländlichen Raum in den nächsten Jahren. Kühne-Hörmann: Mit der digitalen Anlaufstelle schaffe das Land eine direkte Verbindung der Bürger zur hessischen Justiz und gebe ihnen einen Wegweiser für die Justiz an die Hand.

Die Ministerin kündigte an, dass im Rahmen des Servicepoints in Eschwege auch viele innovative Pilotprojekte getestet würden, wie beispielsweise der digitale Erbschein. So solle das Problem angegangen werden, dass Erben auch bei unstrittigen Fällen bis zu acht Wochen auf den Schein warten müssten, erklärte Kühne-Hörmann. „Bei juristisch eindeutiger Lage wollen wir das digital lösen, damit der Erbschein schnell ausgestellt werden kann.“

Die Anzahl der Stellen hat das Ministerium jetzt von ursprünglich drei auf sechs erhöht. Die Eschweger Behörde beschäftigt insgesamt rund 80 Mitarbeiter.

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