„Ich entschuldige mich für alles“

Diebstähle, Einbrüche und Bedrohungen: Diese Strafe kommt auf einen 23-Jährigen zu

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Amtsgericht Eschwege: Mehrere Straftaten verübt - Gericht fällt Urteil. (Symbolbild)

Ein 23-Jähriger aus dem Werra-Meißner-Kreis steht wegen einer Vielzahl von Verbrechen vor dem Amtsgericht. Nun wurde das Urteil gesprochen.

  • Urteil des Amtsgerichts Eschwege 
  • 23-Jähriger entschuldigt sich für Taten 
  • Angeklagter hatte eine Vielzahl an Straftaten gestanden

Eschwege - Am Ende eines Mammutprozesses steht eine Freiheitsstrafe: Ein 23-Jähriger aus dem Werra-Meißner-Kreis muss für die Vielzahl seiner Vergehen quer durch das Strafgesetzbuch ins Gefängnis. „Man kann leicht den Überblick verlieren bei der Menge an Taten“ befand die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer – dementsprechend kompliziert fiel am Donnerstagnachmittag (13.02.2020) auch das Urteil des Schöffengerichts unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Dr. Alexander Wachter aus. 

Gebildet werden mussten sogenannte A- und B-Strafen. Zum einen wurde die bereits bestehende Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr, die der 23-Jährige derzeit verbüßt, aufgelöst – neues Strafmaß, zusammengesetzt aus Straftaten aus den Jahren 2018 und 2019 sowie einem Laptopdiebstahl: ein Jahr und zwei Monate. Zum anderen summierten sich laut Amtsgericht alle weiteren Delikte – gewerbsmäßiger und Einbruchdiebstahl, Sachbeschädigung, Bedrohung und Hausfriedensbruch – auf eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und elf Monaten.

Eschwege: Urteil am Amtsgerichts - "Ich entschuldige mich für alles" 

„Ich möchte einen Schlussstrich ziehen und entschuldige mich für alles“, sagte der 23-Jährige zum Ende des Prozesstages im Amtsgericht reumütig. Die im Dezember angetretene Strafe habe ihn geläutert; „und jetzt habe ich sogar noch mehr Zeit, über meine Fehler nachzudenken.“

Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung hielten dem 23-Jährigen zugute, dass er sich während der Prozesstage weitgehend geständig gezeigt habe – „wenngleich manchmal erst, wenn die Beweislast schon erdrückend war“. So hatte er beispielsweise den Diebstahl eines Flachbildfernsehers, den er als Umzugshelfer einfach flugs mit eingeladen hatte, erst zugegeben, als seine Exfreundin im Zeugenstand aussagte, das Gerät für 20 Euro bei Ebay-Kleinanzeigen verscherbelt zu haben.

Amtsgericht Eschwege: "20 bis 25 Gramm Amphetamine pro Tag genommen"

Weiterhin berücksichtigt worden sei bei der Strafe, dass der Angeklagte des Amtgerichts Eschwege wohl bei sämtlichen Taten unter enthemmendem Drogeneinfluss gestanden habe. „20 bis 25 Gramm Amphetamine pro Tag“ habe er genommen, dazu Ecstasy-Tabletten. „Mit einem dicken Fragezeichen versehen“ wollte Richter Dr. Alexander Wachter diese Angabe – der Gelegenheitsarbeiter ohne erlernten Beruf hätte rund 200 Euro pro Tag für Drogen aufbringen müssen.

Zur Herkunft der Drogen und der finanziellen Mittel wollte der 23-Jährige keine Angaben machen – wohl aber dazu, dass er seine Dosis in drei Jahren Abhängigkeit mehr und mehr gesteigert habe und gewillt sei, in der Justizvollzugsanstalt eine Therapie zu beginnen.

Amtsgericht Eschwege: Keine Bewährung kommt nicht infrage

Zum Nachteil des 23-jährigen Angeklagten des Amtsgerichts wurden ihm seine sechs Eintragungen im Bundeszentralregister ausgelegt – einschlägig vorbestraft ist er; begangen hat er einen Teil der ihm im jüngsten Prozess zur Last gelegten Taten unter laufendem Haftbefehl. „Selbst eine U-Haft-Erfahrung hielt ihn nicht davon ab, wieder und wieder straffällig zu werden“, so die Staatsanwaltschaft – Bewährungsstrafe komme somit nicht mehr infrage.

Von Emily Spanel

Diebstähle, Einbrüche, Bedrohungen, Hausfriedensbruch: Deshalb stand der Anklage vor dem Amtsgericht Esxchwege. Allein die Anklageverlesung dauerte 40 Minuten.

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