Anderen Zeit schenken

Seit 30 Jahren gibt es die Grünen Damen in Eschwege

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Seit 30 Jahren gibt es die Grünen Damen in Eschwege: am Dienstagnachmittag feierten sie ihr Jubiläum mit einem Gottesdienst. Unser Foto zeigt die Eschweger Gruppe zusammen mit Renate Drüker, Landesbeauftragte der Evangelischen Kranken- und Alten-Hilfe, und Klinikpfarrerin Gudrun Kühnemuth. Foto: Berg

Eschwege. Seit nunmehr 30 Jahren gibt es in der Kreisstadt die Grünen Damen, die sich im Kreiskrankenhaus und dem Seniorenzentrum am Brückentor um alte und kranke Menschen kümmern.

Am Dienstagnachmittag wurde dieser runde Geburtstag mit einem Gottesdienst und einem anschließendem Beisammensein im Gemeindehaus gefeiert.

Die Evangelische Kranken- und Alten-Hilfe, wie die Grünen Damen und Herren offiziell heißen, gibt es seit 1969 in Deutschland, über 11 000 Menschen engagieren sich so ehrenamtlich für andere Menschen. In Eschwege besteht die Gruppe zur Zeit aus zwölf Frauen, die ihre Zeit einmal pro Woche an andere Menschen schenken. „Es geht darum, für alte oder kranke Menschen da zu sein, ihnen zuzuhören oder mit ihnen zu spielen oder einkaufen zu gehen“, erklärt Klinikpfarrerin Gudrun Kühnemuth, die die Grünen Damen betreut. „Viele Menschen bekommen im Krankenhaus oder im Seniorenzentrum wenig Besuch, wir hören den Menschen einfach zu und sind für sie da“, erzählt Monika Zeuch, die seit neun Jahren aktiv bei den Grünen Damen dabei ist. Renate Drüker, Landesbeauftragte der Evangelischen Kranken- und Alten-Hilfe, ehrte die Damen für ihre langjährigen Tätigkeiten im Rahmen des Gottesdienstes.

„Zu vielen Menschen bauen wir eine ganz besondere Beziehung auf und begleiten sie lange. Das Schöne an der ehrenamtlichen Arbeit ist, das wir auch etwas zurückbekommen, zum Beispiel Dankbarkeit und ein Lächeln“, so Inge Eselgrimm, die seit acht Jahren als Grüne Dame im Seniorenzentrum arbeitet.

„Klar sind auch oft traurige Fälle und Schicksalsschläge dabei, aber dann lernt man es einfach zu schätzen, das es einem selbst gut geht“, so die beiden Damen unisono. Grüne Damen heißen die Ehrenamtlichen, weil sie als Hoffnungsträger unterwegs sind. Mitmachen kann jeder über 18 Jahre, auch Herren sind gerne gesehen. „Die Menschen müssen nur bereit sein, ihre Zeit an andere zu schenken und sich auf sie einzulassen, von unserer Seite gibt es dann eine Vorbereitung und eine Einführung in die Arbeit, darüber hinaus treffen sich die Grünen Damen alle vier bis sechs Wochen zum persönlichen Erfahrungsaustausch“, erklärt Gudrun Kühnemuth.

„Die Grünen Damen helfen an vielen Stellen, vor allem aber im Krankenhaus, wenn das Personal keine Zeit hat, sich persönlicher um Patienten zu kümmern. Sie haben also eine ganz wichtige Aufgabe“, erklärt Renate Drüker.

Von Sonja Berg

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