Andruck für die „Werra“

WR-Leser erlebten im Druckzentrum die Entstehung ihrer Zeitung

Am laufenden Meter: Um kurz nach 21 Uhr am vergangenen Freitagabend rollt die Samstagsausgabe der WR im Druckzentrum Dierichs in Kassel Waldau vom Band. Drucker Jürgen Eberwein kontrolliert die Farben, 20 Minuten später ist alles gedruckt. Fotos: Pelle Faust

Kassel. Freitagabend, kurz nach 21 Uhr im HNA-Druckzentrum in Kassel Waldau: Zirka 15 Minuten früher als üblich ist Andruck für die Werra-Rundschau.

Die Druckplatten sind belichtet und zwischen riesige Walzen gehängt, dann beginnt die Maschine zu laufen. Erst noch langsam bis sie schnell Fahrt auf 35 km/h aufnimmt und für die nächsten Stunden auf diesem Tempo weiterläuft. Und nach gut 20 Minuten ist die gesamte Auflage der Werra-Rundschau gedruckt.

Leser der WR, die an einer Verlosung teilgenommen und gewonnen hatten, konnten am Freitagabend nicht nur den Andruck ihrer Heimatzeitung hautnah erleben, sondern deren gesamten Entstehungsprozess von der Datenanlieferung aus der Eschweger Redaktion bis zur Auslieferung in die Vetriebszentren.

Die „Werra“, von den Druckern liebevoll so genannt, führt allabendlich den Reigen der bei Dierichs gedruckten Zeitungen an. Zuerst wird eine Ausgabe der Bild-Zeitung gedruckt. Dann ist Andruck für die 12 500 Exemplare der WR, in aller Regel um 21.20 Uhr. Ist die WR fertig, folgen im Halbstunden-Takt die 16 Regionalausgaben der HNA und die Hersfelder Zeitung. Zwischen ein und zwei Uhr morgens ist alles vorbei und die Zeitungen sind auf dem Weg zum Leser.

500 Tonnen Technik

Zunächst mal optisch, aber auch technisch beeindruckend ist das Herzstück der Druckerei: die 45 Meter lange, 13 Meter hohe und 500 Tonnen schwere Druckmaschine mit drei Drucktürmen, an denen bis zu 32 farbige Zeitungsseiten im sogenannten Berliner Format gleichzeitig gedruckt werden können.

Doch das Druckzentrum hält noch weit mehr Superlativen bereit. Dazu gehört das Papierlager, in dem sich 1,5 Tonnen schwere Zeitungspapierrollen haushoch stapeln - auf jeder Rolle zirka 21 Kilometer Papier, das nach etwa einer halben Stunde Druck aufgebraucht ist.

Ebenso gewaltig der Bereich, in dem fast vollautomatisch sämtliche Beilagen in die Zeitungen einsortiert werden. Erledigt wird diese Aufgabe an Laufbändern von insgesamt vier Kilometern Länge und in solch einer Geschwindigkeit, dass das menschlich Auge kaum zu folgen vermag. Schlussendlich werden die Zeitungen konfektioniert, verladen und auf den Weg zu den Zustellern und von dort zu ihren bis dahin meist noch schlafenden Lesern gebracht.

WR-Leser zu Besuch im Druckzentrum Dierichs in Kassel

Doch darauf mussten die WR-Gäste am Freitag nicht warten. Sie hielten die druckfrischen Exemplare der WR bereits wenige Minuten nach Andruck in den Händen. Während die Drucker noch die eine oder andere Farbe korrigierten, konnten die Besucher aus Eschwege schon mal lesen, was morgen in der Zeitung steht.

Von Stefanie Salzmann

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