Deutsch spielerisch lernen

Kultusminister Dr. Alexander Lorz besuchte Anne-Frank-Schule

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Welche Begriffe haben die gleiche Bedeutung: Unter Mithilfe von Kultusminister Dr. Alexander Lorz suchen Zara Ayet aus dem Iran und Aleksandra Kucybala aus Polen spielerisch passende deutsche Begriffe. Fotos: Deppe

Eschwege. Der hessische Kultusminister Dr. Alexander Lorz hat die Intensivklasse der Anne-Frank-Schule besucht. Bei seinem Besuch überzeugte er sich davon, wie Kinder aus verschiedenen Ländern gemeinsam die deutsche Sprache lernen.

In einem Klassenverband treffen die verschiedensten Charaktere aufeinander, die den gemeinsamen Schulalltag zusammen bewältigen müssen. Noch größer ist die Herausforderung, wenn eine gemeinsame Sprache fehlt. Die meisten Schüler der Intensivklasse an der Eschweger Anne-Frank-Schule kommen ohne jegliche Deutschkenntnisse in den Kreis. Wie Lehrerin Alexandra Gödicke beim Erlernen der Sprache hilft und wie bei diesem Projekt auch neue Freundschaften entstehen, davon hat sich der hessische Kultusminister Dr. Alexander Lorz jetzt ein Bild gemacht.

„Den Anfang machen wir stets mit Spielen“, sagt Gödicke, „Memory oder Schach kennen die meisten auch aus ihrer Heimat.“ Auf diese Weise entstehe schnell Kontakt zu den Mitschülern und erste Begriffe werden gelernt. 13 Schüler besuchen die Intensivklasse momentan, drei weitere kommen noch zu ausgewählten Projekten oder um Gödicke zu unterstützen. Die meisten kommen aus Mittel- und Osteuropa, aus Ländern wie Polen, Russland, Rumänien und Bulgarien. Aber auch Schüler aus Spanien und Syrien wollen Deutsch lernen.

Wegen der unterschiedlichen Fortschritte lernen die 13- bis 17-Jährigen in kleinen Gruppen. „Frontalunterricht ist kaum möglich“, so Gödicke. Die verschiedenen Lernfelder wie Schule, Stadt und Krankenhaus werden immer wieder auch vor Ort erkundet. Für den Frühling züchtet die Klasse gerade Blumen. Die entsprechenden Begriffe sind so leichter merkbar.

„Frontalunterricht ist kaum möglich.“ 

Schulleiter Edgar Ingrisch verneint, dass es unter den Kindern kulturelle oder religiöse Vorbehalte gebe. Der Umgang der Schüler untereinander sei stets respektvoll. Die unstillbare Neugier nach der deutschen Sprache verbinde alle.

Über den Besuch des Ministers seien die Schüler ganz aufgeregt gewesen, berichtet Gödicke. „Warum bringt er Angela Merkel nicht mit“, habe einer der Schüler gefragt. Es liege wohl nur daran, dass die sich gerade in Kanada aufhalte, erklärte Lorz scherzhaft.

Landrat Stefan Reuß ließ Lorz nicht ohne den Wunsch nach mehr Förderung gehen. Die Zahl der unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge werde noch weiter steigen und nicht alle könnten in Eschwege und Umgebung untergebracht werden. Fahrtkosten als freiwillige Leistung darf der Kreis unter dem Schutzschirm nicht zahlen. Perspektivisch hofft man daher darauf, ähnliche Projekte wie die Intensivklasse auch in anderen Teilen des Kreises etablieren zu können.

Von Lasse Deppe

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