In der Stadtbücherei

Angebot alle sechs Wochen: Literaturtreff will weg vom oberflächlichen Lesen kommen

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Der Literaturtreff in der Schweger Stadtbücherei

Alle sechs Wochen gibt es eine gemütliche Runde in der Eschweger Stadtbibliothek: der Literaturtreff. Seit 2017 wurden hier 27 Bücher besprochen.

Eine gemütliche Runde in der Stadtbibliothek. Hier findet zirka alle sechs Wochen der Literaturtreff statt. Thema ist an diesem Abend der Roman „In seiner frühen Kindheit ein Garten“ von Christoph Hein, in dem die Geschichte des 1993 ums Leben gekommenen RAF-Terroristen Wolfgang Grams aufgegriffen wird. Eingestimmt wird der Abend mit einem Lied, dessen Text der Autor verfasst hat. Danach wird die Biografie von Christoph Hein behandelt, denn die Hintergründe des Autors zu kennen könne dabei helfen, das Buch besser zu verstehen. 

Unterschiedliche Meinungen über jedes Buch

Dann beginnt die Diskussionsrunde, wobei es die unterschiedlichsten Meinungen über den Roman gibt: Die einen fanden das Ende unpassend, die anderen waren durchgehend gefesselt, eine andere Leserin legte das Buch schon nach der Hälfte weg. Jede Deutung des Romans wird kommentiert und teilweise durch eigene Erfahrungen ergänzt.

Literaturtreff gibt es seit 2012 

Seit 2012 treffen sich die Literaturinteressierten regelmäßig. „Ich habe mal angefangen, eine Liste zu machen, allein seit 2017 haben wir schon um die 27 Autoren und Bücher durch“, sagt Organisatorin Judith Rode. Meistens werden Klassiker gelesen, da diese auch preisgünstiger sind. „Manchmal gönnen wir uns aber auch was Aktuelles“, sagt Judith Rode. Darüber, welches Buch als nächstes gelesen wird, stimmen alle gemeinsam ab. Die Teilnahme am Literaturtreff ist ganz unverbindlich. „Es gibt keine Verpflichtungen. Hier wird niemand gezwungen, das Buch zu lesen, um teilnehmen zu können", ergänzt Judith Rode. Ziel sei es einfach, weg vom oberflächlichen Lesen zu kommen. „Es gibt kein Richtig oder Falsch, wir sind auch keine Germanisten“, sagt die Leiterin der Bibliothek. Das Beste am Literaturtreff sei, dass man sich zwinge, Bücher zu lesen, die man normalerweise nicht unbedingt lesen würde, und dadurch seine eigene Bandbreite erweitere.

Literaturtreff kommt am 19. März wieder zusammen

 „Auf den jetzigen Roman sind wir gestoßen, weil ein ehemaliger Praktikant das Buch in der Schule gelesen und keinen Zugang dazu gefunden hatte. Ich war einfach gespannt, ob das am Alter liegen könnte“, verrät Judith Rode. Außerdem sei es faszinierend, wie unterschiedlich teilweise die Sätze des Buches aufgefasst würden, insgesamt, wie unterschiedlich ein Buch wahrgenommen werden kann. Als Nächstes wird der Roman „Fahrenheit 451“ von Ray Bradbury gelesen. Der nächste Literaturtreff findet am Donnerstag, 19. März, um 19 Uhr in der Stadtbücherei am Mühlgraben statt. Außerdem gibt es ein Angebot der Volkshochschule zu diesem Buch. 

Von Josephine Ruhlandt

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