Polizei schritt gegen gewalttätige Gegendemonstranten ein

Anti-Islamisten-Demo in Kassel: Eskalation verhindert

Kassel. Die Kasseler Polizei hat am Montagabend eine Eskalation nach einer Kundgebung der Gruppe „Kassel gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Kagida) und einer Gegenveranstaltung des DGB Nordhessen am Philipp-Scheidemann-Platz verhindert.

Einige Teilnehmer der von DGB und dem Kasseler Bündnis gegen Rechts organisierten Gegendemonstration versuchten, auf Kagida-Anhänger loszugehen, nachdem diese ihre Kundgebung „aus Sicherheitsgründen“ frühzeitig beendet hatten.

Es kam zu einem Handgemenge, das jedoch von den zahlreichen Polizeikräften schnell beendet wurde. Nach Angaben von Polizeisprecher Torsten Werner hätten einige Gegendemonstranten auch Steine und Flaschen auf Beamte geworfen. Zuvor war den Teilnehmern noch durch den Lautsprecher eine Telefonnummer durchgegeben worden, für den Fall, „falls jemand von den Bullen geschnappt wird“.

Gegen 18 Uhr hatte die Kundgebung des Bündnisses gegen Rechts, an der 500 Menschen teilnahmen, friedlich begonnen. Mit der Gegenveranstaltung wolle man zeigen, dass Kassel eine weltoffene Stadt sei, in der Faschisten keinen Platz hätten, sagte Veranstalter Axel Gerland (Ver.di). Einer der Hauptredner der DGB-Veranstaltung war Carsten Bätzold, Betriebsratsvorsitzender von VW Kassel. Er wolle in einem Land leben, in dem niemand Angst vor Krieg haben müsse.

Aus Richtung der Gegendemonstranten gingen „Nazis raus“-Rufe an die rund 80 Kagida-Anhänger. Veranstalter Michael Viehmann wies den Vorwurf zurück, dass unter den Anhängern Mitglieder der NPD seien. Man demonstriere in friedlicher Absicht, um gegen Stellvertreter-Kriege von radikalen Islamisten in Deutschland vorzugehen.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Anti-Islamisten-Demo in Kassel

Ein Video zu der Veranstaltung folgt an dieser Stelle.  

Kurzclip von der Demo

Kurzclip von der Gegendemo

Kurzclip: Die Polizei über den Einsatz

Rubriklistenbild: © Bergholter

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