Arbeitsagentur wirbt um Fachkräfte - sogar schon in Asien

50 Arbeitsplätze in der Pflege unbesetzt

Werra-Meissner. Der Bedarf ist groß, der Mangel größer. Besonders im Pflegesektor sind Fachkräfte ein zunehmend schwindendes Gut. Im Werra-Meißner-Kreis waren im September 50 Stellen im Gesundheits- und Sozialwesen unbesetzt. Das sind doppelt so viele Stellen wie im September des Vorjahres, meldet die Agentur für Arbeit in Kassel.

Besonders Pflegeheime und Soziale Dienste leiden unter dem Mangel an Fachkräften. Die Alten- und Pflegeheime im Landkreis hatten im vergangenen Monat neun einkommenssteuerpflichtige Jobs bei der Arbeitsagentur gemeldet. In sozialen Diensten waren elf unbesetzte Stellen. Den großen Fachkräftemangel im Gesundheitssektor sieht die Sprecherin der Kasseler Arbeitsagentur, Silke Sennhenn, als Problem des demografischen Wandels. Der Nachwuchs fehle. Bei jüngeren Menschen gehe der Trend zu höheren Schulabschlüssen und zum Studium.

Einen weiteren Stolperstein sieht Sennhenn auch für Mütter mit Kleinkindern. Das Schichtarbeitssystem in den meisten Pflegeberufen setze eine hohe Flexibilität in der Kinderbetreuung voraus. Arbeitgeber müssten an Tätigkeitsmodellen arbeiten und Müttern auch Teilzeitverträge mit einem geringen Stundenpensum anbieten, um ihnen den Wiedereinstieg in den Beruf zu erleichtern.

Der eklatante Fachkräftemangel in Deutschland bewegte die Auslandsvermittlung der Arbeitsagentur (ZAV) nun zu einem ungewöhnlichen Projekt: Ab Januar 2013 sollen Altenpfleger aus China angeworben werden. Vorerst werden 150 Pflegestellen ausgeschrieben, so die ZAV-Leiterin Monika Varnhagen, die intensiv auf Sprache und Kultur vorbereitet werden sollen. Für Bewerber aus der Heimat gibt Sennhenn Entwarnung: „Wir suchen weiterhin erst mal Kräfte vor Ort.“ Wie viele und ob es ab 2013 asiatische Pflegekräfte im Landkreis gibt, ist derzeit noch nicht abzusehen.

HINTERGRUND

Von Sina Hühne

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