Arbeitsunfall: Zurzeit gibt es keine Versorgung am Klinikum Werra-Meißner

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Symbolfoto

Eschwege/Witzenhausen. Wer einen Arbeitsunfall hatte, muss sich bei einem Durchgangsarzt (D-Arzt) vorstellen, der über die weitere Behandlung entscheidet. Im Werra-Meißner-Kreis müssen Patienten dafür nun weitere Wege in Kauf nehmen, weil es beim Klinikum Werra-Meißner keinen D-Arzt mehr gibt.

Das bestätigte Klinik-Geschäftsführerin Dr. Claudia Fremder.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) habe aber in Aussicht gestellt, dass das Klinikum das D-Arzt-Verfahren bald wieder anbieten darf, so Fremder. Der bisherige D-Arzt, Chefarzt Prof. Dr. Hans-Jürgen Kock, ist seit Anfang Oktober nicht mehr am Klinikum tätig. Ohne einen Mediziner mit D-Arzt-Qualifikation darf das Klinikum Berufsunfälle nicht mehr für die DGUV dokumentieren und betreuen. Schwere Verletzungen würden natürlich weiterhin erstversorgt, sagt Fremder. „Aber momentan müssen wir Patienten danach an den niedergelassenen D-Arzt in Eschwege weiterverweisen.“ Das bedeute für die Patienten leider einen Mehraufwand.

Man suche intensiv nach einem Nachfolger für Dr. Kock, betont Fremder, der Fachärztemangel sei aber ein Problem. Wer D-Arzt werden will, muss an sein Medizinstudium eine vierjährige Facharztausbildung zum Unfallchirurgen anschließen und sich danach noch einmal mindestens zwei Jahre lang im Bereich „Spezielle Unfallchirurgie“ weiterbilden. Das sei für viele junge Ärzte unattraktiv. Derzeit gibt es im Kreis zwei D-Ärzte: Tobias Radebold in der Orthopädischen Klinik (Hessisch Lichtenau) und Dr. Andreas Michel in der Chirurgischen Praxis Gartenstraße (Eschwege/Witzenhausen). Laut dessen Kollege Sascha Fieseler, kommen derzeit etwa 20 Prozent mehr D-Arzt-Patienten in die Praxis. Noch sei die Situation gut beherrschbar, sagt Fieseler. „Es sollte aber kein Dauerzustand werden.“ In der Orthopädischen Klinik gibt es laut Pressesprecher Nicolai Ulbrich keine gravierenden Auswirkungen.

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