5,7 Millionen für "Schaf schafft Landschaft"

Projekt soll Artenschutz im Werra-Meißner-Kreis stärken und Schäfereien retten

Zeigten den vielfältigen Einsatz ihrer Tiere: Die Schäfer Monika Dewath-Timmerberg (Dudenrode, von links), Thea Welland (Witzenhausen), Rüdiger Grossert und Torben Westphal (Gleichen) stellten beim Auftakt von „Schaf schafft Landschaft“ ihre Produkte vor – etwa Wolle, Fleisch, Wurst und Seife aus Schafsmilch.
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Zeigten den vielfältigen Einsatz ihrer Tiere: Die Schäfer Monika Dewath-Timmerberg (Dudenrode, von links), Thea Welland (Witzenhausen), Rüdiger Grossert und Torben Westphal (Gleichen) stellten beim Auftakt von „Schaf schafft Landschaft“ ihre Produkte vor – etwa Wolle, Fleisch, Wurst und Seife aus Schafsmilch.

Die Rettung der artenreichen Natur- und Kulturlandschaft zwischen Werra und Meißner und eine wirtschaftliche Perspektive für Schäfereien – das sind die Ziele des Projekts „Schaf schafft Landschaft“.

Das Projekt wurde am Donnerstag offiziell im Werra-Meißner-Kreis gestartet. Bis 2025 wollen die drei Projektpartner – die Universität Kassel, der Werra-Meißner-Kreis und der Geo-Naturpark Frau-Holle-Land – mit 18 Schäfereien vor Ort Wege finden, wie Naturschutz, Landwirtschaft, Regionalentwicklung und Tourismus besser zusammenarbeiten können, damit am Ende alle profitieren. 

Naturschutz solle nicht mehr nur auf eigens ausgewiesenen Flächen erfolgen, sondern die gesamte Landschaft in den Blick nehmen.

Daher setze man auf „Naturschutz durch Bewirtschaftung“, sagte Projektleiter Prof. Dr. Gert Rosenthal bei der Eröffnung. Der Experte für Landschafts- und Vegetationsökologie an der Uni Kassel wird das Projekt mit seinem Team und Kollegen vom Fachbereich Betriebswirtschaft wissenschaftlich begleiten. „Wir wollten keine Forschung im Elfenbeinturm, sondern ein praxisnahes Projekt.“

Schafbeweidung als Form der Landwirtschaft

Dabei soll die Hüteschafbeweidung nicht als alte Tradition wie aus dem Museum erhalten werden, sondern als Form der Landwirtschaft, die Schäfern ein sicheres Auskommen bietet. „Die Naturschutzleistung der Schäfer wird derzeit nicht ausreichend wertgeschätzt“, sagt Rosenthal. 

Um das Überleben der Schäfereien zu sichern und eine nachhaltige Landschaftspflege zu ermöglichen, soll auch die Vermarktung von regional hergestellten Schaf-Produkten wie Wolle, Fleisch und Milch verbessert werden. Wichtig sei, dass langfristige Lösungen gefunden werden, die sich nach Projektende selbst tragen.

Unterstützt wird das Projekt mit 5,2 Millionen Euro vom Bundesumweltministerium, das Land Hessen gibt 400.000 Euro dazu, die Heinz-Sielmann-Stiftung 100.000 Euro. 

Artenschutz im Werra-Meißner-Kreis fördern

Michael Heugel (Bundesumweltministerium) lobte, dass die Schäfer bei der Projektvorbereitung bereits stark eingebunden worden seien. Er hofft, dass die Ergebnisse der Begleitforschung auf andere deutsche Regionen übertragbar sind. 

Das Projektgebiet „Schaf schafft Landschaft“ orientiert sich an der Fläche des „Hotspots der Biologischen Vielfalt“, den das Bundesamt für Naturschutz für das Gebiet rund um Werra und Meißner ausgerufen hat, weil dort der Artenreichtum besonders groß ist. 

Das Projekt findet vorwiegend im Werra-Meißner-Kreis statt, erstreckt sich zum Teil aber auch auf Hotspot-Flächen in Thüringen entlang des „Grünen Bandes“ sowie auf Areale nahe des niedersächsischen Hedemünden.

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