Landkreis sucht Nachfolger

Wichmannshausen: ASB hat kein Personal für Rettungswache

Zu sehen ist die Rettungswache Wichmannshausen
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Noch wird gebaut: Direkt an der B 27 befindet sich die Wichmannshäuser Rettungswache.

Fehlendes Personal ist der Grund, warum der ASB nicht die neue Rettungswache in Wichmannshausen beziehen wird. Der Landkreis als Träger des Rettungsdienstes ist derzeit auf der Suche nach einem anderen Interessenten.

In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass die für mehrere Millionen Euro neu gebaute Rettungswache in Sontra-Wichmannshausen zunächst nur von der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr bezogen wird (wir berichteten). Michael Görner, der Geschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bundes Kassel-Nordhessen (ASB), bestätigt entsprechende Informationen unserer Zeitung, wonach fehlendes Personal der Grund dafür ist, dass die ASB-Retter nun doch nicht, wie ursprünglich geplant, in die Wache einziehen.

Keine Leute für zweiten Rettungswagen

„Wir kriegen leider keine Mitarbeiter für einen zweiten Rettungswagen zusammen“, sagt Görner. Gleichzeitig betont er, dass wegen des Rückzuges aus Wichmannshausen keiner der ASB-Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz verlieren würde. Ihnen seien Stellen im Bereich Kassel in Bettenhausen, Kaufungen und Lohfelden angeboten worden. „Mit dem Werra-Meißner-Kreis gehen wir aber nicht im Disput auseinander“, sagt Görner.

Kreis sucht Nachfolge

Die Kreisverwaltung, die Träger des Rettungsdienstes im Werra-Meißner-Kreis ist, ist derweil auf der Suche nach einem Nachfolger für den ASB in Wichmannshausen. „Wir führen ein Interessenbekundungsverfahren durch“, heißt es vom Kreissprecher Jörg Klinge. Der Standort in Wichmannshausen sei für die Einhaltung der Hilfsfrist – also der vorgegeben Zeit, in der Retter am Notfallort sein müssen – notwendig. Zur Sicherstellung ihrer Aufgabenerfüllung seien die Landkreise verpflichtet, Bereichspläne aufzustellen. Darin sei der Gesamtbedarf für den Rettungsdienst festzulegen.

„Rettungswachen haben wir aktuell in Eschwege, Witzenhausen, Hessisch Lichtenau, Bad Sooden-Allendorf, Großalmerode, Waldkappel, Wanfried, Altefeld, Wichmannshausen und Reichensachsen“, so Klinge. Drei Notarzt-Standorte befänden sich in Eschwege, Witzenhausen und Hessisch Lichtenau.

Sontra investierte eine Million in Rettungswache

In Wichmannshausen investiert die Stadt Sontra in den Gebäudeteil für die Brandschützer über eine Million Euro. Die Kommune wird außerdem mit 190 000 Euro vom Land bezuschusst, der Werra-Meißner-Kreis legt noch mal zehn Prozent der förderfähigen Kosten oben drauf. Für den Arbeiter-Samariter-Bund waren ausgangs der Planung Kosten von 1,2 Millionen Euro kalkuliert worden. Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt hatte bezüglich des gemeinsamen Projektes der Stadt und des ASB immer wieder die entstehenden Synergieeffekte positiv hervorgehoben, beispielsweise hinsichtlich der Ausschreibungen für Bauleistungen als auch bei Heiz- oder anderen Unterhaltungskosten bei Abschluss der Bauarbeiten in Wichmannshausen. Mehrkosten entstehen Sontra durch den ausbleibenden ASB-Einzug nicht. Anfang Oktober soll die Wache bezugsfertig sein.

Michael Görner

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