Asylanträge zurückgewiesen: Zwei Roma-Familien müssen zurück nach Serbien

Keine Zukunft in Deutschland: Nebojsa Hamza und Predrag Stojic müssen mit ihren Familien zurück nach Serbien. Diskriminierung und wirtschaftliche Not drohen. In ihrer Heimat stehen die acht Flüchtlinge vor dem Nichts. Andreas Höch (hinten) und die anderen deutschen Unterstützer bitten um Spenden. Foto: Sagawe

Eschwege. In ihrer Heimat erwartet die beiden Familien soziales Elend und die Angst vor Übergriffen. Seit eineinhalb Jahren leben die beiden serbischstämmigen Roma-Familien Hamza und Stojic in Eschwege. Jetzt müssen die acht Männer, Frauen und Kinder zurück in ihr Herkunftsland.

Die Asylanträge wurden abgelehnt, das Bleiberecht versagt. Die Ausreise steht unmittelbar bevor.

In der Provinz im Osten Serbiens stehen die Flüchtlinge vor dem wirtschaftlichen Nichts. Aus dem verlassenen Haus der Familie Hamza wurden alle brauchbaren Einrichtungsgegenstände geplündert, die Einrichtungen sind zerstört. Familie Stojic lebte in einer Mietwohnung, in der jetzt andere Bewohner untergebracht sind.

„Wir müssen schauen, dass wir bei Freunden oder Verwandten unterkommen“, sagt Manujel Stojic. Der 15-Jährige besucht die Anne-Frank-Schule in Eschwege, hat Deutsch gelernt und sieht seine Zukunft in Eschwege. Die beiden Familienväter Nebojsa Hamza und Predrag Stojic haben zuletzt bei einem großen Unternehmen in Bad Hersfeld gearbeitet und hatten unterschriebene Arbeitsverträge für ein weiteres Jahr in dem Betrieb. Antreten konnten sie die Arbeit nicht. Die Behörde versagte den Männern die Genehmigung. „Es wird schwer, wir haben nichts“, erzählt der Teenager. Mitnehmen können die beiden Familien so gut wie nichts. „Ein Koffer pro Person“, so die Vorgabe der Behörde für die Rückreise nach Serbien im Bus.

Es wird am nötigsten fehlen. Staatliche Unterstützung, vergleichbar mit Sozialleistungen in Deutschland, gibt es in Serbien nicht. Wer nicht selbst Geld verdient, ist auf private Hilfe angewiesen. „Für uns geht es ums Überleben“, sagt Manujel Stojic. Hinzu kommt die Diskriminierung der Roma durch die übrige Bevölkerung. Die ist allgegenwärtig. „Wenn wir Arbeit bekommen, dann nur die schmutzige“, erzählen die beiden Familienväter. Sie hoffen auf Hilfsarbeiten in der Landwirtschaft sobald es das Wetter zulässt.

Freiwillige Ausreise und Zwangsabschiebung heißen die Optionen. Beide Familien haben sich für die freiwillige Ausreise entschieden. So bleibt wenigstens der Weg für spätere Besuche in Deutschland offen.

Die deutschen Unterstützer der beiden Familien bitten jetzt um Spenden, um die erste Not lindern zu können. Die Bankverbindung: RC Eschwege Gemeindienstkasse mit der IBAN DE17 5225 0030 000 019737

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare