Einzelhändler und Stadtmarketing zeigen sich enttäuscht

Lange Einkaufsnacht: Die Attraktionen fehlten

Eingeheizt: „Asgardi Feuerkunst“ aus Bad Sooden-Allendorf war die Attraktion an diesem Abend. Fotos: Stefanie Müller

Eschwege. „Es läpperte sich so zusammen“. Einzelhändler und Stadtmarketing ziehen ein verhaltenes, nachdenkliches Fazit unter die lange Einkaufsnacht am Freitagabend in der Eschweger Innenstadt. „Es war ein Versuch. Jetzt müssen wir daraus lernen“, sagte Wolf-Dietrich von Verschuer gestern auf Anfrage.

Sehr beliebt: Lange Schlangen finden sich den ganzen Abend über an der Juice Box, an der es alkoholfreie Cocktails gibt.

Unter dem Motto „Sekt in the City“ sollten Einkaufslustige bis 23 Uhr einkaufen und durch die Stadt bummeln können. Allein, sie taten es nicht im erhofften Ausmaße. „Mir fehlen ein paar Attraktionen in den Straßen“, zeigte sich die Eschwegerin Angela Steup enttäuscht. Manche Straßenzüge waren fast komplett dunkel, wie beispielsweise die Marktstraße, in der nur drei Geschäfte offen hatten. So hatte sie sich das nicht vorgestellt. „Es ist schade, dass sich nicht alle Einzelhändler an die Ladenschlusszeit von 23 Uhr gehalten haben“, sagt Uwe Heinemann, Inhaber der gleichnamigen Buchhandlung und Mitglied im Stadtmarketing. Vielleicht, so mutmaßt er, habe man zu wenig Werbung für die lange Einkaufsnacht gemacht.

Die Disco im Bereich des ehemaligen Restaurants der Schloss-Galerie bleibt den ganze Abend verwaist, die beiden extra angeforderten Security-Männer ohne Job. Einsam spielt DJ Lupo alias Herbert Klingspohn seine Musiktitel ab. Der Raum, sagt er, sei zu hell beleuchtet und zu wenig hergerichtet. Lediglich ein paar spärlich dekorierte Bierbänke sollen zum Verweilen einladen. Eine Bar gibt es nicht. „Das reicht nicht, um das Partyvolk anzulocken“, so das Fazit des DJs.

„Der Raum sieht alles andere als einladend aus“, bestätigen die beiden Freundinnen Janina (17) und Nadja (18). Sie stellen sich lieber in die lange Schlange vor der Juice Bar, an der es buntgemixte, alkoholfreie Cocktails gibt. Größte Attraktion an diesem Abend war die Feuershow der Bad Sooden-Allendörfer Gruppe „Asgardi Feuerkunst“ auf dem Obermarkt.

Dem Motto gedient: Johanna Jakob (links) und Martina Becker lassen sich in der Schlossgalerie den Sekt schmecken.

Stadtmanager von Verschuer ist dennoch überzeugt, auf dem richtigen Weg zu sein: „Wir sind die Disco sicherlich falsch angegangen, aber wir haben jede Menge Menschen in das oberste Stockwerk der Schlossgalerie gelockt. Das ist ein Anfang.“ Auch das Motto sah er von den Einzelhändlern mit verschiedenen Aktionen gut umgesetzt.

Die Vorwürfe, es sei zu wenig geboten worden, nimmt von Verschuer an. „Dem Stadtmarketing sind finanziell aber Grenzen gesetzt“, sagt er. Allein in die Werbung habe man an die 5000 Euro gesteckt - und das, ohne Gewinn zu machen. „Ich erwarte auch von den Einzelhändlern, sich mehr an solchen Aktionen zu beteiligen und eigene Ideen zu entwickeln“, so der Stadtmanager. Da gebe es auf jeden Fall Gesprächsbedarf für die folgenden Veranstaltungen. Denn das Wetter lasse er als Ausrede nicht gelten.

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