Mit bis zu 8000 Litern Wasser täglich gießt der Baubetriebshof Pflanzen im Stadtgebiet

Auch Blumen haben Durst

Da kommt Farbe ins Spiel: In den Blumenflächen werden immer im Mai Geranien, Petunien, Apfelblüten und Fleißige Lieschen gepflanzt, die für ihre Farbenpracht Wasser brauchen, das Dirk Wenzel mit seinem gelben Hansa zu ihnen bringt. Foto: Mayer

Eschwege. Zu einem attraktiven Stadtbild gehören Blumen und Bäume und die haben derzeit gehörig Durst. Dem hilft der Baubetriebshof (BBH) ab mit einem hitzebedingten Sondereinsatz. Den fahren mal Monika Schreiber und mal Dirk Wenzel mit einem knallgelben Minilaster.

Wo das Allzweckgerät im Winter Streusalz geladen hat, befindet sich jetzt ein Behälter mit 1200 Liter Fassungsvermögen. Und vorne, wo man auch einen Schneeschieber montieren kann, dreht sich in diesen Tagen eine Schlauchtrommel wie an einem Feuerwehrauto.

Der 41-jährige Landschaftsgärtner Dirk Wenzel zeigt einen wasserfest eingeschweißten Zettel, auf dem Kollegin Schreiber die wichtigsten Standorte von Blumenkübeln, Verkehrsinseln und jungen Bäumen notiert hat, damit auf der großen Gießtour keine markante Pflanze vergessen wird. Vom Blumenbeet bei ATU bis zu den Rosen am Rathaus listet der Plan alphabetisch auf, wo Wasser erforderlich ist. Sechs- bis siebenmal wird der Tank auf dem Baubetriebshof aufgefüllt am Tag.

Gestern am unteren Stad: Dirk Wenzel rollt den Schlauch ein und fährt weiter nach Niederhone.

Mit Schwerkraft begnügt man sich nicht, auf der Ladefläche des „Hansa“ steht auch eine kleine benzinbetriebene Pumpe, damit die Sache schneller geht und auch bergauf Druck im Schlauch ist, erklärt Dirk Wenzel. Jeder Handgriff sitzt, nicht direkt auf die Blüten spritzen und auch keine Sauerei anrichten rund um die Kübel. Dafür gibt es lobende Kommentare von Passanten, die sich über die Pflege der Pflanzen freuen.

Mit den Patenschaften für Blumenkübel sei es trotz zahlreicher Appelle nicht weit her, bedauert BBH-Chef Albert Rimbach. In den dörflichen Stadtteilen ist die Bereitschaft höher, sich um Grünanlagen zu kümmern als in der Kernstadt, so die Erfahrung. Der Gießexpress fährt auch nach Albungen, Eltmannshausen und Niederhone, auch das Nordufer des Werratalsees gehört dazu.

Während zwei der drei Eschweger Kreisel mit anspruchslosen Stauden bepflanzt sind, muss die Insel im Kreisverkehr an der Brauerei gegossen werden, hier wächst eine Werra-Sommer-Blumen-Mischung, eine wilde bunte Wiese. Einige Verkehrsinseln werden beispielsweise von der Firma Knigge gepflegt. Für die jungen Bäume auf dem Marktplatz und am Stadtbahnhof gibt es eine Anwachsgarantie des Lieferanten, die auch das Gießen über einige Jahre beinhaltet, dann gehen die Bäume in die Obhut des BBH über, erklärt Albert Rimbach. Seit die Stadtgärtnerei im BBH aufgegangen ist, gehört das Gießen zu seinen vornehmsten Aufgaben zur Freude der Bürger und Gäste.

Von Helmut Mayer

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