Bei seinem Auftritt in der ausverkauften Neustädter Kirche bekam René Kollo langen stehenden Applaus

Auch mit 75 noch ein Heldentenor

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René Kollo in der Neustädter Kirche.

Eschwege. „Es war einmal“ hieß der letzte Titel, den er sang, mit 75 darf er das singen, sagte er rückblickend auf eine glanzvolle Karriere.

René Kollo, als Heldentenor früher auf den großen Weltbühnen zu Gast, trat an diesem Samstag in der Neustädter Kirche auf. Die Kirche war überfüllt, die freudige Erwartung des überwiegend älteren Publikums riesengroß. Und am Ende seines Auftritts wurde er mit stehendem Applaus verabschiedet: Für die sängerische Leistung von diesem Künstler, der immer noch mit der Kraft seiner Stimme seine Fans zu fesseln vermag und auch für seine menschliche Ausstrahlung und seine Entertainer-Qualitäten - die ihn nicht zuletzt zu einem beliebten Fernsehmoderator gemacht hatten.

Souerän und selbstbewusst

Er sang so verschiedene Titel wie „Ombra mai fu“ aus Händels „Xerxes“, „Rosmarin“ von Hermann Löns oder auch - wohl die gelungenste Interpretation des Abends - „Lieber Leierkastenmann“, ein mitreißendes Couplet aus der Feder seines Vaters Willi Kollo. Und er brachte das Publikum zum Schmunzeln mit lustigen Geschichten und Anekdoten aus dem Künstlermilieu.

Ein souveräner, selbstbewusster Auftritt von einem Sänger, der von sich behauptet, er kenne keinen, der in seinem Alter noch so singt wie er. Er wurde an der Orgel begleitet von Maria Jürgensen, einer ausgezeichneten Interpretin, die auch hin und wieder kurze Solostücke spielte - und so auch dem Sänger eine kurze Atempause nach je zwei kraftzehrenden Interpretatioen verschaffte. Denn René Kollo schonte seine Stimme nicht, so als möchte er zeigen, dass immer noch der gefeierte Heldentenor in ihm steckt.

Und es gab auch noch ein köstliches Intermezzo: mit dem Gospelcross-Chor der Kreuzkirche, der unter der Leitung von Torsten Exner verinnerlicht und stimmschön einige Spirituals und Weihnachtslieder sang. Was das Publikum begeistert aufnahm. Nach diesem denkwürdigen Konzert hörte man beim Ausgang nur lobende Worte.

Von Francisco Pujiula

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