43 Hektar Verjüngungsfläche sind vakant

Aufforstung von Eschweger Stadtwald kann Stadt bis zu einer Million Euro kosten

Eine kahle braune Windwurffläche im Schlierbach, der Teil des Eschweger Stadtwaldes ist
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Wird viel Geld verschlingen: die Aufforstung des Eschweger Stadtwaldes. Hier eine Windwurffläche im Schlierbach Richtung Weißenborn, die in diesem Frühjahr mit kleinen Eichen aufgeforstet wurde. Archiv

Zwischen 200 000 und knapp 900 000 Euro wird die Stadt Eschwege in die Aufforstung ihres 349 Hektar großen Stadtwaldes investieren müssen. Diese Kalkulation präsentierten der Leiter des Forstamtes Wehretal, Dr. Thomas Rysavy, und der für Eschwege zuständige Revierförster Christoph Beume, jetzt dem städtischen Umwelt- und Planungsausschuss.

Eschwege - Der durch Stürme, Trockenheit und Käferbefall geschädigte Wald weist aktuell 43 Hektar sogenannte Verjüngungsflächen auf – das heißt Flächen, die durch Neupflanzung vom Bäumen aufgeforstet werden müssen und der Naturverjüngung ganz oder zum Teil überlassen werden sollen.

50.000 Bäume sollen neu gepflanzt werden

Für die Aufforstung im kommenden Frühjahr schlägt das Forstamt die Neuanpflanzung von etwas mehr als 50 000 neuen Bäumen vor – eine ausgewogene Mischung an Baumarten von Eiche, Lärche, Bergahorn, Kirsche, Tanne bis Douglasie. Die Kosten beziffert das Forstamt für 2021 mit insgesamt 118 000 Euro, davon sind knapp 70 000 Euro Förderung durch das Land möglich. Gut 50 000 Euro muss die Stadt Eschwege tragen.

85 Prozent Landesförderung für Eichenpflanzungen

Beispielsweise die Aufforstung mit Eichen wird nach Angaben von Rysavy mit 85 Prozent vom Land gefördert. Ist nach zehn Jahren aus dem Eichenbestand allerdings nichts geworden, müssen die Mittel zurückgezahlt werden.

Allein 90 Prozent der Fichten in einem Alter zwischen 80 und 100 Jahren sind im Eschweger Stadtwald infolge der Klimakapriolen der letzten Jahre abgestorben, davon ein Drittel durch dürrebedingten Windwurf, zwei Drittel durch Käferbefall.

Insgesamt fehlt nach Angaben des Forstamtes die Hälfte aller Fichten im Stadtwald. Wie und mit welchen Kosten die Stadt Eschwege die Aufforstung nun vorantreibt, darüber muss die Stadtverordnetenversammlung entscheiden.

Ökologie, Wirtschaft und Risikostreuung

„Dabei geht es um ökologische und wirtschaftliche Fragen sowie eine Risikostreuung“, erklärt Rysavy. „Da muss viel Geld in die Hand genommen werden.“

Zugleich warnt er davor, zu viel Zeit verstreichen zu lassen. „Je länger man wartet, desto teurer wird es.“ Würden Flächen erst mal wie beispielsweise von der Brombeere überwachsen, sei die Aufforstung enorm aufwendig, wenn nicht fast unmöglich.

Eichen, Tann, Douglasien

Zur Diskussion stehen für die Aufforstung des Stadtwaldes Eiche, Spitzahorn, Kirsche und bei den Nadelhölzern Küsten- und Weißtanne sowie die Douglasie. Einige Baumarten wie Lärche und Esche eignen sich nur bedingt, die Fichte gilt für hiesige Breiten als ungeeignet.

Langfristig sei, so der Forstamtsleiter, die Aufforstung mit Douglasie die günstigste, die mit Eiche die teuerste. Entscheiden muss letztendlich die Stadt. „Wir sind nur der Dienstleister.“

Von Stefanie Salzmann

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