Arbeitslosigkeit im Werra-Meißner-Kreis geht leicht zurück

Arbeitsmarkt: Nur ein Aufschwüngchen

Eschwege. Die Zahl der Arbeitslosen im Werra-Meißner-Kreis und im Kreisteil Eschwege ist - dem Bundes- und Landestrend folgend - leicht zurückgegangen. Insgesamt waren im gesamten Landkreis im Oktober 3093 Menschen ohne Job. Im Kreisteil Eschwege waren es 1763. Die Quote lag bei 6,2 Prozent. „Die Dynamik am Arbeitsmarkt verliert weiter an Tempo“, sagt Geschäftsführer

Frank Unger vom jetzt auch für Eschwege zuständigen Arbeitsagenturbezirk Kassel. Der im Oktober übliche Herbstaufschwung sei zwar auch in diesem Jahr erkennbar, jedoch nicht in dem Umfang der Vorjahre, so Unger. Im Oktober 2011 lag die Arbeitslosenquote für den Kreisteil Eschwege noch bei 5,8 Prozent, was einer Zahl von 1652 Beschäftigungslosen entspricht. Dabei meldeten sich im Kreisteil Eschwege 601 Personen neu oder erneut arbeitslos - 64 mehr als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 627 Personen ihre Arbeitslosigkeit (+148). Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 5544 Arbeitslosmeldungen, die Veränderung zum Vorjahreszeitraum ist nur gering (+25); dem gegenüber stehen 5472 Abmeldungen von Arbeitslosen

(-273).

Abgeschwächte Konjunkturaussichten aufgrund der Eurokrise und der beginnende Winter lassen nach Einschätzung der Arbeitsagentur die Firmen bei Neueinstellungen zurückhaltender sein. So sind für den Altkreis Eschwege im Oktober 99 neue Arbeitsplätze entstanden. Im September waren es noch 108 und im August 116. Für den Gesamtkreis ergeben sich im Oktober 156 neue Stellen, im September 164 und im August 162.

Großer Bedarf besteht weiterhin an Fachkräften. Nach Angaben von Agentursprecherin Silke Sennhenn besteht vor allem in der Kranken- und Altenpflege ein regelrechter Notstand. Als Ursache nannte sie neben der Abwanderung junger Leute auch den Umstand, dass die Schulabgänger heute deutlich jünger seien als in früheren Jahren und deshalb für einen Pflegedienst, der unter Umständen Arbeiten zu jeder Tages- und Nachtzeit verlange, schon wegen mangelnder Mobilität nicht in Frage kämen.

Im neu zugeschnittenen Arbeitsagenturbezirk Kassel, der neben der Stadt und dem Landkreis Kassel jetzt auch den kompletten Werra-Meißner-Kreis umfasst, waren im Oktober 18 035 Männer und Frauen ohne Arbeit. Im gesamten Bezirk liegt die Quote bei 6,7 Prozent, in Kassel (Stadt) bei 9,6 Prozent und im Landkreis Kassel bei 4,6 Prozent.

Von Dieter Salzmann

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