Junges Theater spielt zugunsten der Bulgarienhife den Eintakter „Die Kommode“

Auftritt für guten Zweck

Was war das für ein Bums? Tante Linchen (von links, Gisela Fydrich), Balhtasar Fröhlich (Heiko Alsleben), seine Frau Idchen (Karin Perels) und der Herr Intendant (Sebastian Perels) wundern sich über den Krach. Foto: privat

Eschwege. Dasss Junge Theater Eschwege spielt am Sonntag, 29. September, um 16 Uhr im E-Werk Eschwege den vergnüglichen Einakter „Die Kommode“ aus den Miniaturen von Curt Goetz. Der Eintrittspreis von zehn Euro kommt ausschließlich der Bulgarienhilfe zugute, die Heike Koeberich-Braun und Karin Perels initiiert haben. Die Kulturfabrik E-Werk und das Open Flair verzichten auf die Miete des Saals und der Technik. Karten für die Veranstaltung gibt es nur an der Tageskasse.

Einlass ist ab 15 Uhr, dann gibt es Gelegenheit, sich mit frischen Waffeln, Kaffee und Kuchen auf das Theaterstück einzustimmen. Und das wird eine Dreiviertelstunde Unterhaltung für die ganze Familie: Balthasar Fröhlich (Heiko Alsleben) hat einen wichtigen Posten inne. Er ist Cheffriseur am ehemaligen Hoftheater. Somit ist der gemütvolle Biedermann Stolz und Mittelpunkt seiner bürgerlichen Sippschaft (Karin Perels als Idchen, Luca Siepmann als Sohn und Kathrin Fydrich als Tochter), mit der er ein munteres Leben fristet.

Dem kann selbst die Tyrannei der steinalten Tante keinen Abbruch tun, die in der oberen Etage haust und sich durch ständiges Klopfen mit dem Stock Aufmerksamkeit verschafft. Eines Tages, der Herr Intendant (Sebastian Perels) ist gerade zu Besuch, vernimmt man statt des vertrauten Klopfens einen lauten Rumms – und Tantchen liegt tot am Boden. Nun geht das Gezerre um Tantchens Kommode los. Wird doch darinnen die Erbschaft vermutet.

Hilfe für Bulgarien

Obwohl Bulgarien seit 2007 Mitglied der Europäischen Union ist herrscht dort eine große Armut und Korruption. Perels und Koeberich-Braun sind im vergangenem Jahr durch die aus Bulgarien stammende Tanzlehrerin Penka Karow auf die Situaton aufmerksam geworden.

Karow hatte bis dahin selbst schon zwölf Hilfstransporte organsiert, kann dies aber aus Altersgründen nicht mehr, wird aber Perels und Koeberich-Braun ins bulgarische Razliv begleiten, wenn sie dort die Geld- und Sachspenden abgeben.

„Darüber sind wir sehr froh. Auch wenn es für uns ein Abenteuer bedeutet, ist es notwendig, die Hilfsgüter persönlich abzugeben. Sonst kann man nicht sicher sein, dass sie auch ankommen“, erklärt Perels. Bislang war die Unterstützung für das Projekt riesig: „Die Hilfsbereitschaft der Menschen aus Eschwege und Umgebung ist sehr beeindruckend“, sagt Koeberich-Braun. Allerdings bereitet den beiden Eschwegerinnen noch die Beschaffung des Geldes für den Transport Kopfzerbrechen.

Die Liste der Unterstützer werde auch immer länger: Viele Privatpersonen bringen Sachspenden, Schirmherr Bürgermeister Alexander Heppe und die Stadt Eschwege stellen den Raum für das Sammellager, der Rotary-Club Eschwege hat seine Hilfe angekündigt, das Reisebüro am Markt und die Firma Präwema übernehmen einen der drei Flüge, sagen Perels und Koeberich-Braun. (red)

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