Johannisfest Eschwege

Aus alter Verbundenheit: Ehemalige Eschweger widmen Heimatstadt besondere Geschenke

Bei der Arbeit: Pfarrer Martin Hochhuth hat für seine Heimatstadt Eschwege eine Hymne zur Melodie „Des Vaterlandes Hochgesang“ getextet.
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Bei der Arbeit: Pfarrer Martin Hochhuth hat für seine Heimatstadt Eschwege eine Hymne zur Melodie „Des Vaterlandes Hochgesang“ getextet.

Eine Hymne für das Johannisfest, die hat ein ehemaliger Eschweger getextet. Warum? Darüber sprachen wir mit ihm.

Eschwege – Wie seine Heimatstadt bislang besungen wurde, hat ihm nicht gefallen. „Damit konnte ich mich nicht identifizieren“, sagt Martin Hochhuth, der in Eschwege geboren und aufgewachsen ist, heute in Witzenhausen lebt. Eschwege sei so vielschichtig, das müsse man auch herausstellen.

Also hat sich der ehemalige Pfarrer selbst an die Schreibmaschine gesetzt und zu der Melodie des alten Volksliedes „Des Vaterlandes Hochgesang“ (1773) von Alberth Methfessel und Matthias Claudius einen eigenen Text geschrieben. Darin geht es um Eschweges Schönheit zwischen Meißner und Werra gelegen, die Fachwerkkunst, Freizeitmöglichkeiten, natürlich den Dietemann und auch geschichtliche Aspekte.

So heißt es: „Das Schloss als kaiserliche Pfalz, lässt niemals es vergessen, dass Eschwege gewesen ist Regierungssitz in Hessen“. Oder zur Gebietsreform Anfang der 1970er-Jahre: „Die Dörfer, die aus Sparsamkeit der Stadt sind zugeschlagen, die werden doch wohl mit der Zeit das Stadtsein gern ertragen.“ „Vieles weiß ich noch aus meiner Kindheit, einiges musste ich mir aber auch in Geschichtsbüchern anlesen“, sagt der fast 90-Jährige.

Die Stadt Eschwege freut sich sehr über das Engagement des Eschwegers. Zu einer öffentlichen Aufführung sei es wegen der Coronapandemie noch nicht gekommen. Vorrang habe nach wie vor das Dietemannslied, das seit vielen Jahren schon Tradition habe. Der Text werde aber in der Rolf-Hochhuth-Bibliothek in Eschwege ausgestellt, für die Martin Hochhuth zahlreiche Exponate beigesteuert hat.

Martin Hochhuth, Cousin des im vergangenen Jahr verstorbenen Dramatikers Rolf Hochhuth, wurde 1931 in Jesberg geboren und siedelte mit drei Jahren nach Eschwege um („Da zählt nicht, ob jahrhundertlang, so dort ansässig waren, Eschweger kann man werden auch schon nach ganz wenigen Jahren“).

1952 legte er in Eschwege sein Abitur ab, studierte Theologie und wurde Pfarrer. Seit 1967 bis zur Pensionierung hatte er eine Pfarrstelle in Witzenhausen inne, wo er auch heute noch lebt. Pathetisch schließ sein Lied in der 15. Strophe: „Du Vaterstadt, du Heimatland, viel habt ihr mir gegeben. Mein Eschwege! Mein Hessenland! Euch lasse hoch ich leben.“

Ein gehäkelter Dietebär

Eine weitere ehemalige Eschwegerin, die zum Johannisfest ihrer Heimatliebe Ausdruck verleiht, ist Stefanie Mägle (geborene Fritsch). Die Weidenhäuserin, die seit mehr als 20 Jahren in Stuttgart lebt, hat einen Dietebär gehäkelt, den man zurzeit in der Tourist-Info in Eschwege anschauen kann. Dort begrüßt er am Empfang die Besucher.

Der Dietebär ist zurzeit in der Tourist-Info am Obermarkt ausgestellt.

Ende 2019 hatte Stefanie Mägle angefangen, Bären zu häkeln. Die Bären wurden immer besser, kreativer und individueller. So erschuf sie auch einen Dietebär – natürlich mit blau-weißer Wimpelkette. „Die Idee entstand insbesondere im Hinblick auf das ausgefallene Johannisfest 2020 und in der Hoffnung auf ein besseres Jahr 2021“, sagt sie gegenüber unserer Zeitung.

Von Tobias Stück

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