Kapazitäten müssen erweitert werden

Viele weggeschickt: Auslastung des Frauenhauses mit 92 Prozent so hoch wie nie

So hoch wie nie ist die Auslastung des Frauenhauses im Werra-Meißner-Kreis. Frauen müssten weggeschickt werden. Höchste Zeit für die Kapazitätserweiterung.

120 Millionen Euro sollen zwischen 2020 und 2023 in den Aus-, Um- und Neubau von Frauenhäusern und Beratungsstellen in Deutschland fließen. Das hat die Bundesregierung jetzt aufgrund der Istanbul Konvention (siehe Hintergrund) beschlossen.

Höchste Zeit, wie Manuela Kleinwächter und Sabine Theile vom Verein Frauen für Frauen – Frauen für Kinder im Werra-Meißner-Kreis finden. „Mit 92 Prozent war die Auslastung unserer zwölf Plätze im Frauenhaus im vergangenen Jahr so hoch wie noch nie zuvor.“ In den Jahren davor habe sie immer bei 70 Prozent gelegen. 

Frauen bleiben länger: Wohnungssituation ist schwieriger geworden

„Die Frauen waren beständiger, sind länger geblieben, weil sie sich direkt eine eigene Wohnung gesucht haben“, nennt Kleinwächter als Grund für die hohe Auslastung im vergangenen Jahr. Denn die Wohnungssituation sei aufgrund der Zuwanderung schlechter geworden, bestätigt Thekla Rotermund-Capar, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises. 

Auch gibt es laut Kleinwächter mehr Migrantinnen als früher, die Hilfe im Frauenhaus suchen. Allein schon aufgrund von Sprachproblemen gebe es bei ihnen mehr zu klären, weswegen sie meist auch länger bleiben müssten.

Nicht allen Hilfe suchenden Frauen kann ein Platz angeboten werden

Selbst wenn die Auslastung unter 100 Prozent liegt, heißt das nicht, dass alle Hilfe suchenden Frauen auch einen Platz bekommen: Sind noch zwei Plätze frei, könne man eine Frau mit drei Kindern nicht aufnehmen. „Auch dieses Jahr haben wir wieder viele wegschicken müssen“, sagt Kleinwächter. 

Zwar könne man sich mal mit einem Notbett behelfen, doch das ginge nicht immer und sei vor allem auf Dauer keine Lösung. Wann ein oder mehr Plätze frei würden, sei oft nicht vorhersehbar. Ein Rückruf, wenn ein Platz frei sei, sei bei 1,5 Betreuerstellen nicht leistbar. „Aber die Frauen können gern immer wieder nachfragen.“

Landrat Stefan Reuß signalisiert Unterstützung für das Frauenhaus

Ob bei einer Erweiterung des Frauenhauses vonseiten des Landes die Personalmittel entsprechend aufgestockt werden, ist Landrat Stefan Reuß nicht bekannt. Er signalisierte jedoch Unterstützung: „Der Kreis steht Vorstand und Mitarbeiterinnen gern beratend und begleitend zur Seite.“ 

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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