Keine Wildtiere auf Festplatz

Ausschuss beschließt neue Satzung für Eschweger Werdchen

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Keine Wildtiere mehr auf dem Werdchen: Der sibirische Tiger gehört zum Zirkus Weisheit, der im Juli in Eschwege und Bad Sooden-Allendorf gastierte und gegen dessen Haltung Tierschützer massiv protestierten.

Eschwege – Auf dem Festplatz Werdchen in Eschwege werden künftig keine Zirkusbetriebe oder andere Veranstaltungen mit Wildtieren mehr erlaubt sein.

Das sieht die neue Benutzungsordnung für das Werdchen vor, die am Dienstagabend im Haupt- und Kulturausschuss mehrheitlich beschlossen wurde.

Der Magistrat hatte einen entsprechenden Beschluss bereits Mitte August dieses Jahres gefasst, die Stadtverordnetenversammlung soll noch in diesem Monat endgültig darüber beschließen.

„Es ist definitiv so, dass solche Veranstaltungen in Eschwege keinen Platz mehr haben“, sagt der Vorsitzende des Ausschusses, Andreas Hölzel (FWG). „Wir wollen keinem Zirkus die Existenzgrundlage wegnehmen, und ohne Wildtiere sind sie immer herzlich willkommen.“

Im Juli dieses Jahres hatte es massive Proteste von Tierschützern gegen den in Eschwege gastierenden Zirkus Weisheit gegeben, der mit sibirischen Tigern auf Tour war, allerdings seine Zelte auf einer privaten Wiese vor der Brückenstraße aufgeschlagen hatte. „Auf privaten Flächen haben wir bisher keine Handhabe als Stadt“, so Hölzel. Auch die Stadt Bad Sooden-Allendorf, wo der Zirkus Weisheit ebenfalls gastierte, es allerdings keine Proteste gab, hat bereits im Juli dieses Jahres per Magistratsbeschluss verfügt, dass städtische Flächen künftig nicht mehr an Betriebe mit Wildtieren verpachtet werden, bestätigte Bürgermeister Frank Hix auf Anfrage.

Gebühren und Schall

Für die Nutzung des Werdchens sind laut der neuen Nutzungsordnung noch weitere Änderungen vorgesehen. So soll für die Nutzung der gesamten Fläche ein Platzgeld von 500 Euro pro Tag erhoben werden. Märkte, Ausstellungen und Messen dürfen den Platz für 200 Euro nutzen, der Antik- und Trödelmarkt muss 260 Euro am Tag zahlen, „sonstige Veranstaltungen“ sollen mit 125 Euro berechnet werden.

Wer künftig Beschallungsanlagen auf dem Werdchen betreiben will, muss die Anlage so ausrichten, dass der Schall im Wesentlichen Richtung Grebendorf geht und nicht die Anwohner belastet. Ausgenommen von dieser Regelung allerdings, so der Ausschussvorsitzende, sind das Johannisfest und das Open Flair, für die es eigene Regelungen gebe.

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