Bis 13. Mai täglich von 11 bis 20 Uhr geöffnet

Hinter jeder Tür eine neue Welt: Ausstellung im Seelenhaus in Eschwege eröffnet am Samstag

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Arbeitet an einem riesigen Phoenix auf einem Wandteppich: Künstlerin Maren Zilch alias „Zaren Milch“. Auch dieses Werk wird ab Samstag, 5. Mai, täglich im Seelenhaus zu bestaunen sein.

Eschwege. Eine geheimnisvolle Ausstellung in der jeder Künstler einen Raum gestaltet, um sich im "Seelenhaus" auszudrücken - so heißt das neue Kunstprojekt vom Verein Aufwind in der Eschweger Wallgasse. Eröffnet wird die Ausstellung am Samstag.

Im Seelenhaus riecht es überall nach frischer Farbe. In allen Zimmern wird gemalt, Tapeten gelöst, Bilder gehängt. In der Werkstatt hat der marokkanische Künstler Adil Roufi noch sein Atelier eingerichtet und malt ein Bild nach dem anderen in seinem bunten, afrikanischen Stil, in dem Schicht über Schicht gemalt wird.

Sprayt und malt Schicht über Schicht: der Künstler Adil Roufi aus Göttingen.

Gleich nebenan arbeitet Maren Zilch an einem riesigen Phoenix auf einem Wandteppich. Auf dem Dachboden, in den düsteren Abteilen, in denen ehemals die Wäsche trocknete, leuchten jetzt Bilder aus Glas und Licht aus der Dunkelheit heraus, die Annette Becker geschaffen hat. Im ersten Stock können die Kinder der evangelischen Jugend Meinhard einen Raum mit Kollagen aus Farben, Stilen und Materialien bunt gestalten. Die Utensilien dazu wurden vom Evangelischen Kirchenkreis Eschwege und der Jugendförderung gesponsert. Jetzt steht die Eröffnung bevor und die jungen Künstler müssen Gas geben. „Es ist schade, dass die kreative Zeit bald zu Ende ist“, sagt Marina Porzelle, die das Jugendprojekt leitet. „Man braucht eine Weile, bis man in den Fluss kommt, bis der Raum zu einem spricht.“ Wenn die Ideen aber erst einmal nur so fließen, reicht der Platz kaum noch, und so wächst das Kunstwerk der Jugendlichen aus dem Raum heraus und greift bis in den Flur über.

Eine Etage höher setzt Fotograf Dietmar Voorwold einen Kontrapunkt. In seinem Raum herrschen einfache, klare Formen vor. Seine ausdrucksstarken Fotos zeigen verspielte Naturornamente und wirken gut in einem aufgeräumten, weißen Raum.

Wieder ein Stockwerk darüber wächst ein Dschungel. Schmetterlinge in leuchtenden Farben fliegen, ein goldener Buddha blickt auf die vergehender Zeit auf der Wand gegenüber. Die Malerin Eva Urbank zeigt in zwei Räumen, wie man mit Farben Stimmungen schafft, die zur Seele sprechen. Hinter jeder Tür eröffnet sich eine neue Welt. Bilder, Kollagen, Fotos Lichtinstallationen, Graffiti. Sogar an der Fassade des Hauses wird in leuchtenden Farben gestaltet. Selbst im Garten hat Natur- und Gartentherapeutin Annette Rottmann verspielte Barfußpfade angelegt. Für die Besucher des Seelenhauses in Eschwege gibt es hier viel zu entdecken.

Los geht es am Samstag um 11 Uhr

Ab Samstag, 5. Mai, ist die Ausstellung geöffnet. Bei freiem Eintritt können alle Interessierten bis zum 13. Mai die Räume erkunden, täglich von 11 bis 20 Uhr. Die Adresse ist Wallgasse 5 in Eschwege. Die musikalische und literarische Begleitung überrascht jeweils ab 14 oder 15 Uhr mit einem täglich wechselnden Programm bis in den Abend. Es gibt Autorenlesungen und Poetry-Slam, Konzerte zum Mitmachen, Tanztheater oder Trommelworkshops und vieles mehr. Am Donnerstag, 10. Mai, spielen um 19.30 Uhr die Eschweger Lokalmatadore von „Klontik“. Das genaue Programm gibt es auf: www.seelenhaus-eschwege.de, der Facebookseite des Seelenhauses – und täglich in der WR in der Rubrik: Was ist los?

Kunst im Abrisshaus: Hinter jeder Tür öffnet sich eine neue Welt

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