Erleichterung nach Bekenntnis 

Tunnelleitzentrale bis 2034 sicher: Autobahn GmbH bekennt sich zum Standort Eschwege

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28 auf einen Blick: In der Tunnelleitzentrale in Eschwege werden alle 28 Tunnel in Hessen überwacht. Ober das auch über das Jahr 2034 hinaus so bleibt, ist unklar. 

Das klare Ja der Autobahn GmbH zum Erhalt der Tunnelleitzentrale in Eschwege am Mittwoch im Kreisentwicklungsausschuss löste sichtbare Erleichterung aus.

„So klar haben wir das bisher noch nicht gehört“, sagte Landrat Stefan Reuß. Noch Ende Januar dieses Jahres habe sich der zuständige Staatssekretär nicht eindeutig geäußert. „Es ist gut zu hören, dass der Standort gesichert ist“, schloss sich Kreisbrandinspektor Christian Sasse an.

Cort Lüesse, Leiter der Niederlassung Nord-West der Autobahn GmbH, hatte am Mittwoch vor dem Ausschuss deutlich gemacht, dass die Tunnelleitzentrale ihren Standort in Eschwege behalten soll. „Ich sehe keinen Grund und keine Notwendigkeit, an bestehenden Strukturen etwas zu ändern.“ Auf die hier vorhandene Kompetenz beim Erstangriff der Rettungskräfte wolle man nicht verzichten.

Vertrag bis 2034

Er schränkte allerdings ein, dass die Autobahn GmbH in den bestehenden Vertrag zwischen Werra-Meißner-Kreis und Land zunächst bis zu dessen Auslaufen 2034 einsteige und dass die Vereinbarung in erster Linie die Autobahntunnel betreffe. „Was städtische Tunnel angeht, halte ich es für denkbar, dass sie künftig von der Zentrale in Frankfurt überwacht werden“, sagte Lüesse.

„Für die 14 Autobahntunnel wird der Vertrag Bestand haben“, bestätigte auch Peter Wöbbeking, Regionalbeauftragter für Osthessen bei Hessen Mobil. Wie das langfristige Konzept allerdings aussehe, sei auch ihm bisher nicht bekannt. „Es ist davon auszugehen, dass das Land sicher neue Infrastrukturen schaffen wird.“

Technik in Frankfurt aufgebaut 

Trotz der Aussage der Autobahn GmbH blieb auch Landrat Reuß am Mittwoch skeptisch: „Wir sind schon verwundert, dass das Land unsere Technik eins zu eins in Frankfurt aufgebaut hat“, sagte er. Dazu hatte Lüesse gesagt, dass man für den Notfall vorsorge, um die Tunnel auch von anderer Stelle überwachen zu können. Der Kreis hatte die Tunnelleitzentrale technisch und personell aufgerüstet, um ab 2022 wie geplant 28 Tunnel hessenweit überwachen zu können. „Wir haben investiert und hätten gern, dass die Vereinbarung für die Zentrale auch über 2034 hinaus Bestand hat“, sagte Reuß. „Wenn die Tunnelleitzentrale aus Eschwege verschwindet, wird das Folgen haben, zudem ist es kontraproduktiv für die Stärkung des ländlichen Raumes.“

"Froh über das klare Bekenntnis"

Als Vorsitzender des Ausschusses fasste Jürgen Zick zusammen: „Wir sind froh über das klare Bekenntnis der Autobahn GmbH zur Tunnelleitzentrale in Eschwege. Für alles, was sich außerhalb von deren Zuständigkeit befindet, liegt der Ball beim Hessischen Verkehrsministerium.“ Dessen Staatssekretär hatte seine Teilnahme am Mittwoch abgesagt.

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