Werkstätten sind ausgelastet: Autobranche weitgehend zufrieden mit der Situation

Motortest: KfZ-Mechatroniker Uwe Siegel vom Autohaus Heidenreich liest die Motordaten in der Werkstatt mit dem Diagnosegerät aus. Foto: Sagawe

Die Werkstätten laufen bei den befragten Autohäusern in Eschwege und Umgebung gut, mit dem Neu- und Gebrauchtwagengeschäft sind die Unternehmen weitgehend auch zufrieden.

„Im Verhältnis zu dem was passiert ist, bin ich sehr zufrieden“, sagt Jörg Heidenreich vom gleichnamigen Autohaus mit Standorten in Eschwege und Witzenhausen.

Von „guter Nachfrage bei Neu- und Gebrauchtwagen“ berichtet Ingo Bachmann. Der Chef des Autohauses im Wehretaler Ortsteil Hoheneiche stellt kaum Veränderungen fest – im Service ebenso wie im Fahrzeughandel. Was den Werkstattservice angeht, findet das die Zustimmung Albin Keunes. „Das Geschäft ist in Ordnung und ohne Einbußen“, sagt der Filialleiter von Krah & Enders in Eschwege. Ganz anders sehe das beim Vertrieb von Neu- und Gebrauchtwagen aus. „Der Verkauf ist leider extrem zurückgegangen“, so Keune, der die Ursache dafür in der Verunsicherung der Kunden sieht. „Das bereitet uns massive Probleme.“

Als „normal ausgelastet“ beschreibt Friederike Range die Werkstätten an den Standorten der Stöber-Autohäuser in Eschwege, Bad Sooden-Allendorf und Witzenhausen. „Der Neu- und Gebrauchtwagenmarkt war nach der Öffnung erstmal in einer Schockstarre“, sagt die Marketingverantwortliche des Unternehmens, „hat sich dann aber schnell normalisiert.“ Die Kunden wüssten, dass die Abläufe sicher seien, sagt sie mit Hinweis auf die Hygiene. „Wir haben das kommuniziert. Es war wichtig, rechtzeitig auf die Situation zu reagieren.“

Kostenlosen Hol- und Bringservice haben die Stöber-Autohäuser für die Werkstattdienste ebenso angeboten wie die Firma Heidenreich. „Das wurde gut angenommen“, sagt Jörg Heidenreich. Nicht eine Stunde Kurzarbeit habe er anmelden müssen. Die anfängliche Zurückhaltung im Kaufverhalten schreibt Heidenreich der Unsicherheit wegen der Krise zu. Eine Verschiebung in den Online-Handel hat er nicht festgestellt. Zwei Wochen nach Öffnung sei wieder das Vorjahresniveau erreicht. „Wir haben viele gezielte Aktionen und unsere Kunden informiert.

Die Einhaltung der Hygienerichtlinien ist bei allen Autohäusern ein wichtiger Punkt – zum Schutz der Kunden, aber auch mit Rücksicht auf die eigenen Mitarbeiter. An den Servicetresen wurden Trennscheiben eingebaut, es wird desinfiziert.

Und auf die intensive Neuwageneinweisung wird verzichtet. „Wir können die Autos momentan nur übergeben; das ist für die Kunden natürlich enttäuschend“, sagt Ingo Bachmann. Lieferschwierigkeiten hat das Autohaus in Hoheneiche nicht. Die Wartezeiten sind nicht länger als vor der Krise. Jörg Heidenreich dagegen rechnet bei Neufahrzeugen mit längeren Lieferzeiten. „Es wird noch dauern, bis die Hersteller wieder hundert Prozent Output haben“, sagt er. Ersatzteile kommen bei allen Werkstätten gewohnt schnell und ohne Verzögerung an.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare