Autofahrer machen nach Unfällen zu viel falsch

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Werra-Meißner. Feuerwehr und Rettungsdienste in der Region warnen: Viele Verkehrsteilnehmer verhalten sich bei Staus oder nach Unfällen völlig falsch. Dadurch geht Notärzten in ihrem Kampf um das Leben von Unfallopfern wichtige Zeit verloren und die Helfer werden unnötigen Gefahren ausgesetzt.

Kreisbrandinspektor Christian Sasse schätzt, dass es bei jeder dritten bis vierten Einsatzfahrt zu brenzligen Situationen kommt. „Viele Autofahrer erschrecken sich, wenn sie Blaulicht und Martinshorn bemerken. Dann treten sie auf die Bremse und bleiben einfach stehen – ohne darauf zu achten, ob sie an dieser Stelle überhaupt von einem Krankenwagen überholt werden können.“ Als schlimmes Beispiel nennt Sasse den Schürzebergtunnel bei Oberrieden. „An einem stehenden Pkw kommt hier kein Rettungsfahrzeug mehr vorbei.“ Bernd Knobel, Rettungsdienstleiter des DRK Witzenhausen, schätzt sogar, dass es bei jeder zweiten bis dritten Einsatzfahrt zu Gefahren für die Retter komme. Häufigster Fehler sei der Stopp vor Kurven und auf engen Strecken, zum Beispiel „Am Stieg“ zwischen Wendershausen und Witzenhausen. „Viele nehmen die Einsatzfahrzeuge aber auch zu spät wahr, weil sie abgedunkelte Heckscheiben haben oder zu laut Musik hören.“ So passiere es, dass Autofahrer vorausfahrende Pkw, die wegen eines von hinten nahenden Einsatzfahrzeuges ordnungsgemäß abbremsen und rechts fahren, sogar noch überholen und den Rettungsweg blockieren. Am meisten Probleme gibt es laut Sasse und Knobel auf den Bundes- und Landesstraßen. Auf dem A-44-Teilstück bei Hessisch Lichtenau habe man noch wenig Erfahrungswerte. Hier müsste bei einem Unfall eine Rettungsgasse gebildet werden. Immerhin: Trotz vieler Risiken sei es in den vergangenen Jahren zu keinen Unfällen mit Einsatzwagen gekommen.

Von Kathrin Bretzler

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