400 Besucher

Eschweges erstes Autokino - Film gucken im Traktor

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Erst das Vergnügen, dann das Putzen: Sebastian Sennhenn freut sich aufs Auto-Aussaugen.

Mit Traktoren und Pick-ups kamen die Zuschauer zum ersten Eschweger Autokino auf das Werdchen. Trotz Regen und Wind ließen sie sich nicht die Laune beim Freiluftkino verderben. 

Zurück in die „Goldenen Fünfziger“: Freitag- und Samstagabend hat sich der Festplatz Werdchen in Eschwege in ein Autokino verwandelt. Pickups, Cabrios, Limousinen, Kleinwagen und selbst große Familienbusse rollten durch das Tor des Autokinos. ,,Es dauerte nicht lange, da passte das erste Fahrzeug nicht durch unseren Eingang. „Zwei Jungs kamen mit einem riesigen Trecker zum Kino. Wir mussten Absperrungen öffnen, damit der Trecker sich in die letzte Reihe stellen konnte“, erzählt der Veranstalter Mac Schneider lachend.

400 Kinobesucher pro Abend 

Insgesamt durchquerten um die 400 Kinobesucher den Einlass. ,,Wir haben super Resonanzen erhalten, es war ein voller Erfolg, die Tradition der 1950er-Jahre wiederzubeleben“, sagt Schneider.

Auch am Samstagabend öffneten sich die Tore für Kinobesucher. Trotz Regen und Wind stauten sich die Autos entlang der grünen Beleuchtung, um die letzte Vorstellung zu sehen.

Anstehen an der Kinokasse: bei Regen und Wind rollten die Kinozuschauer gemütlich zu ihren Sitzplätzen.

In Jogginghose und Schlappen ins Kino

Ganz gemütlich in Jogginghose und Schlappen, ausgerüstet mit Decken, Kissen, Trinken und Essen, trafen die Kinobesucher ein. Für gute Sicht erhielt jeder Autofahrer am Eingang eine Tüte mit Glasreiniger zum Putzen seiner Frontscheibe sowie Couponhefte und Bonbons.

Wer mit seinem Auto das Tor passiert hatte, wurde von Einweisern mit Leuchtstäbchen platziert. Neben- und hintereinander aufgereiht wie auf dem Gebrauchtwagenhof, mit der Schnauze Richtung Leinwand, standen endlich alle Wagen.

Ton kommt aus dem Autoradio 

Fast gleichzeitig sah man alle Besucher ihre Sitze zurückschrauben, einige besorgten noch schnell Getränke, Popcorn, Donuts oder Hot Dogs und los ging die Vorstellung auf der 16 mal acht Meter großen Leinwand. Die Tonübertragung lief über eine Frequenz des Autoradios, sodass keine Lautsprecher benötigt wurden. Jeder Zuschauer konnte so individuell über die Lautstärke entscheiden. Veranstalter Mac Schneider aus Eschwege begrüßte zunächst alle Kinobesucher über ihr Autoradio. „Wer die richtige Frequenz gefunden hat und mich hören kann, der soll kräftig hupen. Wer sich auf die Vorstellung freut, der soll noch mal hupen“, befahl er. Dann hieß es Autoscheinwerfer aus und Film an für den Actionfilm „Anna“.

Keiner konnte einem von hinten gegen den Sitz treten, kein großer Kopf, an dem man nur schwer vorbeischauen kann, war im Weg und man war auch nicht gestört von penetranten Popcornraschlern oder gesprächigen Kommentatoren. Die Kinobesucher konnten ungestört reden und ihre Zweisamkeit genießen. Doch Autokino hat nicht nur Vorteile: „Ich freue mich schon morgen, mein Auto auszusaugen“, sagt Kinobesucher Sebastian Sennhenn mit einem großen Eimer Popcorn in der Hand.

Noch größer im nächsten Jahr 

„Wir planen, im nächsten Jahr ein dreitägiges Autokino zu errichten, ich bin mir sicher, dann besuchen uns noch mehr Zuschauer“, hofft der Veranstalter. (ce)

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