Das Evangelische Forum kümmert sich um die aktuellen Fragen des Glaubens

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Mitbegründer und Akteure des Evangelischen Forum im Werra-Meißner-Kreis: (von links) Pfarrerin Katrin Klöpfel aus Herleshausen, Pfarrerin Sieglinde Repp-Jost aus Eschwege sowie Dekan Dr. Martin Arnold (Eschwege) und Dekanin Ulrike Laakmann (Witzenhausen).

Im Evangelischen Forum werden die Fragen der Zeit behandelt. Jetzt wird das Format zehn Jahre alt. Seither gab es rund 100 Veranstaltungen über Fragen des Glaubens. 

Eschwege – Mit der Gründung des Evangelischen Forums vor zehn Jahren schuf der Kirchenkreis Eschwege erstmals ein aktives Forum der Erwachsenenbildung. „Als Kirche sind wir gut beraten, wenn wir uns den gesellschaftlichen Fragen der Zeit nicht verschließen“, sagt Dekan Dr. Martin Arnold heute.

„Fragen des Glaubens stellen sich den Menschen in Nesselröden ebenso wie in Eschwege“, sagt die Eschweger Pfarrerin Sieglinde Repp-Jost, aber eine gemeinsame Plattform, diesen nachzugehen, gab es bis dato nicht. „Wir wollten das bündeln, deshalb laden wir gute Referenten ein und laden zu den Veranstaltungen kreisweit ein.“

Seit der Gründung des evangelischen Forums 2009 gab es mehr als 100 Veranstaltungen, darunter populäre Themen wie der Einsatz von Glyphosat, die in Witzenhausen das Haus füllte, wie sich Dekanin Ulrike Laakmann gut erinnert oder Bestattungen im Freien in Wanfried, wo es um die Frage der sogenannten Ruheforste ging. „Manche Themen sind schwer“, weiß Dekan Arnold. Dazu gehören Dinge wie der Umgang mit dem Lebensende oder Pädophilie. Damit wolle sich nicht jeder auseinandersetzen.

„Evangelische Foren gab es bis vor zehn Jahren nur in Großstädten“, erzählt Pfarrerin Sieglinde Repp-Jost. Um den Strukturen der ländlichen Region gerecht zu werden, gehe das Forum auf Wanderschaft. In verschiedenen Veranstaltungen und Formaten wird über Glaubenfragen, gesellschaftliche Themen aus christlicher Perspektive diskutiert und Gäste eingeladen, die aktuelle Themen aufgreifen.

Und nicht umsonst trägt die Jubiläumsveranstaltung am 22. Oktober den Titel. „Weiß der Himmel..? Glauben und Zweifeln“. Der bezieht sich zwar vordergründig auf das Buch des Zeit-Kolumnisten Tilman Prüfer, der an diesem Abend in der Eschweger Marktkirche aus seinem Buch liest, in dem er erzählt, wie er nach dem plötzlichen Tod eines engen Freundes plötzlich in einer Kirche saß und über die große Frage nach Leben und Tod stolperte. Neben Themen wie Gesellschaft und Theologie, Frieden und Gerechtigkeit, Kirche und Ehrenamt sowie Partnerschaft und Ökumene, hat sich das Forum dem Austausch zwischen den Religionen verschrieben.

Im engen Kontakt steht das Forum mit dem islamischen Kulturverein in Eschwege. Bei den jüngsten Veranstaltungen lernten Muslime und Christen gegenseitig die Rituale ihres Glaubens, aber auch ihre Orte wie Moschee und Kirche gegenseitig kennen. Anfang Dezember gibt es für interessierte Muslime „Weihnachten für Neugierige“ in der Eschweger Marktkirche.

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