Katholische Pfarrer aus der Region setzen große Hoffnungen in Franziskus I.

Bald Besuch beim Papst

Joachim Hartel

Eschwege. Eine Papstwahl geht auch an den katholischen Dienern Gottes einige Ebenen weiter unten, quasi an der Alltagsfront, nicht spurlos vorüber. Der Eschweger Dechant Mario Kawollek hat zwar immer weniger Pfarrer in seinem Zuständigkeitsbereich Werra-Meißer/Hersfeld-Rotenburg, was aber nichts an dem Verhältnis zum Papst ändert.

Ist Kawollek dem Deutschen Josef Ratzinger schon vor dessen Papstkarriere begegnet, ist der neue Papst aus Argentinien für ihn genau so ein überraschender Mann wie für das gemeine Kirchenvolk.

„Große Freude“ überkommt ihn dennoch und Ermutigung, dass der Name Franziskus Programm sein möge, auch als Papst ein Anwalt der Armen zu sein. Da bringe dieser als Südamerikaner schließlich große Lebenserfahrung von einem anderen Kontinent mit, sagt Kawollek. Vom Bistum erhält der Dechant in den nächsten Tagen Fotos von Papst Franziskus I. so viel er wünscht, für jedes Pfarrbüro eins. Das Benedikt-XVI.-Bild bekommt einen Platz neben anderen ehemaligen Päpsten. Die Chance, den neuen Papst live zu sehen, haben Dechant Kawollek und die Mitfahrer einer Gemeindefahrt von St. Elisabeth nach Rom schon im Oktober, so der Neue in Rom ist und nicht auf Reisen, hofft Kawollek. Die Reise war schon geplant, bevor Rücktritt und Neuwahl des Papstes bekannt wurden.

Monsignore Otto Wengenmair hat sich altersbedingt und aus Zeitgründen nicht speziell mit der Papstwahl beschäftigt. Einen Favoriten hatte er deshalb nicht, hofft aber, dass der neue Papst sich seiner Herkunft entsprechend verstärkt um Südamerika kümmern wird und der Schwerpunkt katholischen Lebens sich ein wenig weg vom Vatikan bewegt.

Joachim Hartel, Pfarrer für Sontra und umliegende katholische Kirchengemeinden verbindet mit der Wahl eines Südamerikaners schlichtweg etwas Neues. Erfreut zeigt er sich über die schnelle und zügige Wahl. Mag der Erzbischof von Buenos Aires auch zu den Geheimfavoriten gehört haben, „ist er für uns Deutsche doch eher ein Unbekannter“, sagt Hartel. Sehr eindeutig sei das Zeichen der Demut, dass er zuerst zu einem Gebet aufgefordert und sich erst dann vorgestellt habe. Das mit 76 Jahren schon relativ hohe Alter des neuen Papstes bereitet Hartel keine Sorgen, vielmehr setzt er auf die noch zu häufig unterschätzte Ehrfurcht vor der Altersweisheit. „Franziskus I. ist für jede Überraschung gut“, ist Joachim Hartel sicher. (hm)

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