Initiative Stadtmarketing lädt zum sechsten Mal ein

Eschweger Livemusik: Bands rocken die Nacht

Die Band kommt aus der Rhön, ihre Lieder aus Irland und Schottland. In der Krone gab es wie immer schmissigen Folk, diesmal mit Lads & Lassies. Fotos: Weber

Eschwege. Eine laue Sommernacht in Eschwege. Nachtschwärmer durchstreifen die Gassen in der Innenstadt, die Kneipen haben geöffnet, Musik dringt bis auf die Straße, die Menschen sitzen bis zum Dunkelwerden und darüber hinaus an den Tischen vor den Lokalen, essen und trinken.

Eine ideale Nacht für die sechste Eschweger LivemusikNacht. Sechs Bands – nun, eigentlich acht – sechs Kneipen, nur ein Eintrittspreis. Aber am Einlass ist man nicht ganz so zufrieden. Der Termin der Veranstaltung, die von der Initiative Stadtmarketing organisiert wird, ist in diesem Jahr in den Sommer gerückt und wird von den Besuchern nicht ganz so gut angenommen. Zu viele Alternativen? Fußball im Fernsehen, Grillen im Garten?

Im Fernsehen läuft Winnetou

In der Zille jedenfalls flimmern Ausschnitte von Winnetou über die Fernsehschirme und ziehen die Blicke der Kneipenbesucher in ihren Bann, während die Skal-Sängerin Johanna Ruf, die an diesem Abend in der Band ausgeholfen hat, in einer nur von Neonreklame beleuchteten Ecke bemüht ist, ihren Text vom Blatt abzulesen. Hier gibt es unter anderem Pop aus den 80ern von Tina Turner, dann greifen die Jungs in die Saiten und lassen es wieder rocken. Nach mühsamem Beginn steigerte sich die Stimmung in der Zille und bis 1.30 Uhr war ordentlich was los im Bierhaus.

Unter Strom: Gleich drei junge Bands aus dem Eichsfeld gaben im Desperado den Ton an und ließen es krachen.

Beschwingter geht es nebenan in der Krone zu. Die „Lads und Lassies“ haben schmissige Trinklieder von der Grünen Insel mitgebracht, bei denen das Publikum bei einem frischen Guinness und Pizza so richtig schön mitgehen kann. Oder die fünf Musiker stimmen mit Akkordeon und Geige das traurige Lied vom arbeitslosen Fährmann an, das dann aber gar nicht so traurig ist, sondern in gewohnter Folk-Song-Manier den Ohren schmeichelt und die Herzen berührt.

In den Pausen nutzt das Publikum die Gelegenheit zum Wechseln zwischen den Kneipen. Oder eben zum Bleiben. Im Hemingway sind die Jungs von Schmox selbst Stammgäste, haben also ihr treues Publikum in der Kneipe, das sie mit Balladen auf der Akustikgitarre verwöhnen. Ordentlich gerockt wird in der Forstgasse. Die Band Flashback aus Kassel hat Beatklassiker aus den wilden 60ern mitgebracht. Altherrenrock haben sich hingegen die Herren von Root65 aus Hessisch Lichtenau auf die Fahnen geschrieben, mit Songs wie „Cocaine“ von J.J. Cale geht es hier in die Zeit der wilden 70er.

Neben wahren Bergen von Kartoffelspalten und Pina Colada wird im Desperado am unteren Stad das jüngste Programm serviert. Und hier gehen gleich drei Bands an den Start, JMD, Staye Bux und Morle, deren Klangspielraum vom Alternative Punk über Rumpel-Pop bis zum Cover-Rock reicht. Zum Aufwärmen setzte sich Lukas ans E-Piano und schwelgte im Gospel-Soul eines „Hosier“ mit der wunderschönen Hymne „Take me to church“, die sich deutlich gegen Schwulenfeindlichkeit ausspricht. Auf der Dachterrasse, in der lauen Eschweger Sommernacht konnten die Besucher noch lange sitzen und genießen.

Von Kristin Weber

Livemusik-Nacht in Eschwege

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