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GEW-Mieter beschwert sich: „Bauarbeiter haben meine Frau beleidigt“

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Von: Theresa Lippe

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Walterstraße 3 Eschwege
Walterstraße 3 Eschwege © Theresa Lippe

Ein Mieter der GEW beschwert sich über lang andauernde Baustelle im Haus und das Verhalten der Handwerker.

Eschwege – „Die Bauarbeiter haben meine Frau beleidigt und sich bei den Nachbarn Zugang zur Wohnung verschafft, als das Kind (12) dort alleine war und dann Gas und Wasser abgedreht“, sagt Holger Weber aus Eschwege. Krasse Vorwürfe. Holger Weber (49) und seine Frau (58) sind Mieter der Gemeinnützigen Eschweger Wohnungsgenossenschaft (GEW) und leben seit fünf Jahren in Hausnummer 3 der Walterstraße, in der laut Weber seit über einem halben Jahr Chaos herrsche.

„Der Baustaub im Treppenhaus liegt so hoch, dass meine Frau mit Rückenverletzung Sorge hat, darauf auszurutschen“, sagt Holger Weber. Auf die Bitte, den Hausflur zwischendurch zu reinigen, hätten die Bauarbeiter laut Weber seine Frau beleidigt und gesagt, sie würden dort so günstig wohnen, da könnten die Mieter ihren Hausflur selbst vom Baustaub befreien. Weber selber war bei diesem Zwischenfall allerdings nicht dabei.

Ärger um Bauarbeiter: Mieter beschwert sich

Seit vier Monaten seien die Handwerker zugange, zuvor hätten die Nachbarn aus der Wohnung bereits zwei Monate Baustelle vor dem Auszug gehabt und Lärm gemacht. „Die Handwerker arbeiten bei offenem Fenster, alles staubt ein, selbst die parkenden Autos vor dem Haus werden dreckig“, beschwert sich der GEW-Mieter.

Mit dem Ordnungsamt sei Weber beriets in Kontakt getreten, die hätten ihm aber gesagt, dass es sich um ein privates Problem handle und sie nicht zuständig seien. Auch mit Volker Sandrock, Geschäftsführender Vorstand der GEW, hat Weber gesprochen, der hätte ihm gesagt, man sei froh, beim aktuellen Fachkräftemangel überhaupt Handwerker gefunden zu haben.

„Wir sind also gezwungen diesen Zustand zu ertragen und fühlen uns genötigt unser tägliches Leben den Umständen anzupassen, ohne das eigentlich zu wollen“, zieht Weber als Fazit. Im September sollen die neuen Mieter einziehen.

Das sagt die GEW:

Volker Sandrock : „Die GEW ist eine gemeinnützige Genossenschaft von der auch Herr Weber profitiert.“ Ziehen Leute nach vielen Jahren aus, werde die Wohnung saniert beziehungsweise renoviert, bevor neue Mieter einziehen. „Als Herr Weber damals neu eingezogen ist, hatten seine Nachbarn also auch den Baulärm, damit er am Ende schöner wohnen kann.“ Zudem könne man nicht von den Handwerkern erwarten, dass sie bei über 30 Grad mit geschlossenen Fenstern in der Hitze arbeiten, so Sandrock. Es herrsche im Haus auch kein konstanter Baulärm, das Entkernen der Wohnung hätte lediglich drei Tage gedauert. Seit Beginn der Bauarbeiten müssten die Handwerker auch immer wieder pausieren. „Wir haben das gleich Probleme wie viele andere auch – Baumaterial ist Mangelware.“ Dass die Bauarbeiter ohne Ankündigung Gas und Wasser abdrehen, würde nicht stimmen: „Das wurde mit einem Aushang im Hausflur vorher angekündigt“, erklärt der GEW-Geschäftsführer.

Hinzukommend vermutet er, dass Weber immer noch unglücklich darüber sei, dass er vor knapp zwei Jahren nicht in die Paterre-Wohnung des Hauses umziehen konnte, weil ein anderes Genossenschaftsmitglied vor ihm auf der Warteliste stand. Aber so seien eben die Regelungen bei einer gemeinnützigen Genossenschaft. Bevor Weber eine Mietminderung geltend machen kann, müsse er die GEW auffordern die Mängel zu mindern. Geschieht dies nicht, könnte er eine Minderung der Miete vornehmen. Sandrock: „Diese Aufforderung hat es von Herrn Weber allerdings nie gegeben.“

von Theresa Lippe

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