Nordumgehung Eschwege -  Baubeginn ist noch völlig offen

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Vermessungsarbeiten: Für die geplante Nordumgehung Eschweges vermessen Andreas Steiner (links) und Christoph Bach das Gelände mit einer Drohne. Foto: Josephine Ruhlandt

VON HARALD SAGAWE

Eschwege – Schon vor mehr als zwanzig Jahren sollte die Nordumgehung Eschweges zur Entlastung vor allem der Niederhoner Straße gebaut werden. Der Ost-West-Durchgangsverkehr sollte um die Kreisstadt herum fließen. Jetzt wird die Planung wieder aufgenommen.

Wo verläuft die Trasse der Nordumgehung?

Die Nordumgehung verbindet die Bundesstraße 249 auf dem Abschnitt westlich des Stadtteils Niederhone und östlich des Industriegebiets Thüringer Straße. Die Niederhoner Straße wird nördlich umfahren und profitiert in erster Linie von der Entlastung.

Wie lang wird die Strecke sein?

Die gesamte Ausbaustrecke umfasst nach Angaben von Hessen Mobil etwa drei Kilometer und verläuft auf der schon 2003 festgelegten Trasse.

Welche Kostenschätzungen werden angestellt?

Die im Rahmen des Vorentwurfs erstellte Kostenberechnung, sowie die Kostenfortschreibung aus 2011, sind nach Angaben von Hessen Mobil nicht mehr aktuell. „Am Ende der Planungsphase werden die Kosten dem aktuellen Niveau angepasst“, sagt Behördensprecher Joachim Schmidt.

Wann könnte Baubeginn sein?

Aussagen zum möglichen Baubeginn sind aufgrund des jetzigen Planungsstandes noch nicht möglich. Hessen Mobil strebt an, das Planfeststellungsverfahren 2022 fortzusetzen.

Wann wird mit der Fertigstellung der Nordumgehung gerechnet?

Das ist natürlich abhängig vom Baubeginn. Von da ab gerechnet beträgt die reine Bauzeit aber etwa vier Jahre.

Mit welchem Verkehrsaufkommen wird auf der Nordumgehung gerechnet?

Für die Thüringer Straße gehen die Planer mit einer Prognose – hochgerechnet auf das Jahr 2030 – von 12 800 Kraftfahrzeugen pro 24 Stunden aus, davon 730 Lkw. Für die freie Strecke wird mit 9400 Fahrzeugen (300 Lkw) gerechnet.

Wie wirken sich die Nordumgehung und die Autobahn 44 auf die Niederhoner Straße und die Max-Woelm-Straße in Eschwege aus?

Als vor vier Jahren zuletzt gemessen wurde, waren nach Angaben von Hessen Mobil auf der Niederhoner Straße 14 500 Kraftfahrzeuge pro Tag unterwegs, davon 480 Lkw. Nach den Prognosen für das Jahr 2030 werden sich diese Zahlen halbieren und bezüglich der Lkw sogar noch stärker sinken, wenn die Autobahn und die Ortsumgehung durchgehend befahrbar sind. Auf der Max-Woelm-Straße wurden 2016 insgesamt 8900 Kraftfahrzeuge, davon 810 Lkw, pro 24 Stunden gezählt. Die Prognose für 2030: 10 000 Fahrzeuge insgesamt, davon 1160 des Schwerverkehrs. Hier gehen die Planer von Hessen Mobil nach den Prognosen der Experten von einer Mehrbelastung für 2030 aus, wenn die neuen Straßen – Autobahn und Nordumgehung – befahrbar sind.

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