Bauern wollen mitbestimmen und stellen bei Mahnfeuer ihre Sicht auf Agrarpolitik dar

Erklären sich: Auf dem Hof der Familie Thiele in Oberhohne sagen Landwirte bei einem Mahnfeuer, warum sie ihre Zukunft in Gefahr sehen. Foto: Sonja Berg

Die Landwirte sind mit dem Agrarpaket der Politik nicht einverstanden. Sie protestieren dagegen. In Oberhone stellten sie jetzt bei einem Mahnfeuer ihre Sicht der Dinge dar.

Während 8600 Landwirte aus ganz Deutschland mit ihren Traktoren am Dienstag in Berlin vor dem Brandenburger Tor gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung demonstrierten, veranstalteten die daheim gebliebenen Bauern ein Mahnfeuer.

So auch Familie Thiele aus dem Eschweger Ortsteil Oberhone. „Wir waren mit in Bonn zum Demonstrieren und wären auch gerne mit nach Berlin gefahren, allerdings muss sich auch jemand um unseren landwirtschaftlichen Betrieb und die Tiere kümmern“, erklärt Martin Thiele.

Das Mahnfeuer richtete sich vor allem an die Verbraucher, um diese zu informieren, für was die Landwirte aktuell eigentlich zu Tausenden auf die Straße gehen. Über 50 Menschen waren zu dem Mahnfeuer nach Oberhone gekommen. „Wir sind nicht damit einverstanden, was die Politik den Landwirten aufdrängt. Das Agrarpaket wurde verabschiedet ohne Praktiker mit zurate zu ziehen. Für die Landwirte ist das nicht umsetzbar“, sagt Martin Thiele. „Uns liegt der Insekten- und Umweltschutz sehr am Herzen, vielleicht mehr als allen anderen, denn wir sind die Ersten, die Veränderungen mitbekommen“, fügt sein Vater Andreas Thiele hinzu.

Vor 35 Jahren, als Andreas Thiele in den elterlichen Betrieb einstieg, gab es in Oberhone 18 landwirtschaftliche Betriebe, aktuell sind es noch sieben und Familie Thiele ist die einzige, die einen Milchviehbetrieb führt. „Für die meisten Landwirte lohnt es sich nicht zu investieren. Die Erlöse für unsere Produkte werden immer geringer“, so Martin Thiele. „Hinzu kommt, dass die gesetzlichen Standards in jedem Jahr höhergeschraubt werden, die wir zum Nulltarif umsetzen sollen.“

Das Tierwohl liegt Familie Thiele sehr am Herzen: „Unsere Tiere leben unter den besten Bedingungen. Wer möchte, kann jederzeit vorbeikommen und wir zeigen gerne den Stall oder uch den Melkprozess“, so Andreas Thiele. Zur aktuellen Agrarpolitik sagt der Landwirt aus Oberhone: „Wir möchten einfach gerne mitbestimmen, wenn neue Gesetze für die Landwirtschaft verabschiedet werden. Wenn es so weitergeht, haben die wenigsten Landwirte noch eine Zukunft.“  red

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