Anwohner und Eltern wehren sich gegen Rückbau in der Kurt-Holzapfel-Straße

Baugrundstück statt Spielplatz?

Glückliche und zufriedene Gesichter sehen anders aus: Chiara, Maxim, Kim, Tim, Marvin und ihre Freunde sind sichtlich entrüstet darüber, dass ihr Spielplatz innerhalb weniger Tage verschwunden ist. Fotos:  Gudrun Skupio

Eschwege. „Baugrundstück statt Spielplatz für unsere Kinder? Kinderfreundlichkeit sieht anders aus! Nein danke!“ steht auf den Unterschriftenlisten, die entrüstete Eltern, Großeltern sowie Anwohner der Kurt-Holzapfel-Straße seit Bekanntgabe des Spielplatz-Rückbaus erstellt und unterschrieben haben. Innerhalb weniger Tage sind so allein rund 150 Unterschriften zustande gekommen und es werden täglich mehr.

Ohne die Anwohner zu informieren waren innerhalb kürzester Zeit Schaukeln, Tischtennisplatte und ein erst kürzlich installiertes Kombi-Spielelement für Kleinkinder abmontiert und Sperrband blockierte den Eingang. „Es sind ja nicht nur die Anwohner, die den Spielplatz benutzen, auch der Awo-Kindergarten und der der Kreuzkirche haben Ausflüge hierher unternommen“, argumentieren die entrüsteten Eltern. Viele Familien aus Eschwege hätten den Spielplatz besucht, obwohl sie einen näheren in der Umgebung gehabt hätten, weil er einfach so schön sei.

„Wir haben damals, als das Gebiet bebaut wurde, als zukünftige Hauseigentümer Abgaben unter anderem für den Bau des Spielplatzes machen müssen“, beschweren sich die umliegenden Anwohner.

Ob das Grundstück als Bauplatz ausgeschrieben werden soll oder dies bereits geschehen ist, konnte Bürgermeister Alexander Heppe im Gespräch mit der Werra-Rundschau nicht sagen. Grundsätzlich sei er jedoch zu einer gemeinsamen Begehung des Spielplatzes, bei der er die Beweggründe für den Rückbau noch einmal darlegen wolle, jederzeit bereit. „Die Entscheidung der Arbeitsgruppe um Jugendpfleger Ri-gobert Gassmann war für den Magistrat auch anhand von Fotos, die gezeigt wurden, vollkommen nachvollziehbar“, betonte Heppe, der auf das fachliche Votum seiner Mitarbeiter vertraut. Transparenz wolle er gern herstellen, doch halte er es für unrealistisch, dass die Entscheidung rückgängig gemacht werde. Auf Nachfrage der WR, warum die Anwohner nicht darüber in Kenntnis gesetzt worden seien, gab Heppe zu bedenken: „Wir können nicht bei allen Veränderungen eine Umfrage starten, da wird es immer jemanden geben, dem es nicht passt, genau wie beim Rückbau des Spielplatzes Am Plan auch zwei Beschwerden eingegangen sind, wir können unseren hohen Standard aufgrund der aktuellen Lage nun einmal nicht mehr aufrecht erhalten.“ Zwei oder 130 Beschwerden, da sehen die Anwohner der Kurt-Holzapfel-Straße einen gewissen Unterschied, verstehen aber auch die finanzielle Lage: „Rückbau gern, dann aber bitte den kleineren und weniger attraktiven Spielplatz in der Rotenburger Straße!“, sagen sie.

Von Gudrun Skupio

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