Interview zum Konzert auf dem Open Flair

Beatsteaks-Schlagzeuger: "Am liebsten mag ich Kaffee, Kiffen, Küssen"

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Die Beatsteaks

Die fünf Musiker der Punkrock-Band Beatsteaks stehen seit über 20 Jahren auf der Bühne - auch am Sonntag beim Open Flair. Wir haben uns mit Schlagzeuger  Thomas Götz getroffen.

Ein Ende der Bühnenpräsenz ist nicht in Sicht. Das wäre auch viel zu schade, denn die Live-Konzerte der Berliner Jungs werden nicht umsonst von ihren Fans als die besten der Welt bezeichnet. 

Aktuell touren die Beatsteaks mit ihrem neuen Album „Yours“ durch Deutschland und sind bei einigen Festivals am Start – so auch am Sonntag beim ausverkauften Open Flair in Eschwege, das schon seit Mittwoch läuft. Im Interview spricht Schlagzeuger Thomas Götz über sein Leben mit und ohne Band.

Herr Götz, wie verbringen Sie Ihre bandfreie Zeit?

Thomas Götz: Die verbringe ich mit meiner Freundin oder Kaffee trinkend auf dem Sofa. Ab und zu treffe ich mich mit anderen Leuten zum Musikmachen. Kurz zusammengefasst: Am liebsten mag ich Kaffee, Kiffen, Küssen.

Sie sind erst drei Jahre nach der Gründung zum Bandmitglied geworden. Wie sind Sie zu den Beatsteaks gekommen?

Götz: Damals habe ich noch in einer Berliner Punkrockband gespielt. Wenn ich mich recht entsinne, kam nach einem Konzert im Club „SO36“ der Manager der Beatsteaks auf mich zu. Die Band war zu dem Zeitpunkt auf der Suche nach einem Schlagzeuger. 

So trafen wir uns zum Kaffeetrinken. Mir war das aber irgendwie zu viel, mit fünf unbekannten Typen verkrampft an einem Tisch zu sitzen. Deswegen haben wir uns später in deren Proberaum verabredet. Dort bekam ich eine CD in die Hand gedrückt und sollte ein paar Songs vorspielen. Anscheinend hab ich mich dabei ganz gut angestellt.

Freischwimmer Abzeichen

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Die Beatsteaks werden als „beste Live-Band der Welt“ bezeichnet. Wie ist es dazu gekommen?

Götz: Ich hab ehrlich gesagt keinen blassen Schimmer. Arnim ist meiner Meinung nach ein sehr charismatischer Sänger, der gut mit Menschen umgehen kann – egal, ob das ein großer Haufen oder nur wenige Leute vor der Bühne sind. Er findet immer den richtigen Ton, um auf das Publikum zuzugehen. Wir anderen vier stellen uns, glaube ich, auch nicht ganz so blöd an.

Gibt es Unterschiede zwischen Ihren Konzerten im In- und Ausland?

Götz: Der größte Unterschied ist, dass im Ausland weniger Menschen als hier zu unseren Konzerten kommen. Ansonsten ist nahezu nichts anders. Was mir aber aufgefallen ist: Je südlicher wir touren, desto wilder wird das Publikum. Aber auch in Finnland können die Menschen richtig gut abgehen. Und wenn ich vor meiner Familie und Freunden in Berlin spiele. Dabei bin ich tatsächlich immer am meisten aufgeregt.

Was haben Sie aus der Zeit als Vorband der Toten Hosen und den Ärzten mitgenommen?

Götz: Ein gutes Catering, begeisterte Fans und eine Freundschaft zu den Bandmitgliedern. Im Musikgeschäft ist es nicht selbstverständlich, das die Vorbands korrekt behandelt werden. Aber die Toten Hosen wie die Ärzte haben das vorbildlich getan. Es war eine große Ehre und ein riesiger Zirkus, dabei zu sein.

„Hand in Hand“ ist Ihr meistgestreamter Song auf Spotify.

Götz: Das Lied wurde zu einer Zeit veröffentlicht, in der wir den letzten „großen Sommer“ von MTV mitgenommen haben. Der Song lief dort rauf und runter. Deswegen verbinden uns wahrscheinlich so viele Leute mit „Hand in Hand“.

Sie haben mit Ihrem Kumpel, dem Turbostaat-Gitarristen Marten Ebsen, die Band Ninamarie gegründet – wie kam es dazu?

Götz: Marten und ich sind Silvester-Hasser. Wir hatten keinen Bock rumzuballern und haben uns lieber ins Studio verzogen. Da Martens Lieblings-Mädchenname „Nina“ und meiner „Marie“ ist, haben wir uns für eine Mischung entschieden. Gerade arbeiten wir an einer neuen Platte.

Beim Open Flair sind die Beatsteaks am Sonntag um 22.30 Uhr dran, als letzte Band des Festivals. Wie bereiten Sie sich darauf vor?

Götz: Lange schlafen und viel, viel Kaffee trinken, bis es losgeht. Ansonsten tun wir nichts Bestimmtes, sondern es ist ein ganz normaler Tag, den man nimmt, wie er kommt.

Wo sehen Sie sich in 20 Jahren?

Götz: In 20 Jahren sitze ich mit einem Joint in der Hand in einem Schaukelstuhl und meine Neffen bringen mir abwechselnd alkoholische Getränke, um mir den Tag zu versüßen. Ich bin mir sicher, dass das auch genau so eintreten wird. (lacht)

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, welcher wäre das?

Götz: Dass der Hass, besonders gegen Ausländer und geflüchtete Menschen, endgültig aus der Welt verschwindet.

Die Beatsteaks beenden das Open Flair musikalisch um 22.30 Uhr auf der Radio-Bob-Bühne. Das komplette Festivalprogramm vom Sonntag, gibt es hier.

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