Schwimmbad: Investition würde Defizit um 200 000 auf 850 000 Euro wachsen lassen

Becken treibt Minus hoch

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Eschwege. Wenn die Erweiterungspläne für das Eschweger Schwimmbad mit einem Investitionsvolumen in Höhe von knapp zwei Millionen Euro umgesetzt werden, steigt das Defizit erheblich. Nach Angaben von Stadtwerke-Geschäftsführer Markus Lecke würde das Minus um etwa 200 000 Euro auf 850 000 Euro im Jahr steigen.

Lecke berichtete jetzt während einer Sitzung des Hauptausschusses der Stadtverordnetenversammlung über die Pläne und die damit verbundenen Kosten. Die Linke im Stadtparlament hatte den Tätigkeitsbericht des Energieversorgungsunternehmens, das zu einhundert Prozent Eigentum der Kreisstadt ist und auch das Hallenbad betreibt, gefordert.

Die gerade diskutierte Investition in Höhe von 1,95 Millionen Euro bezieht sich auf die Erweiterung des Hallenbades um ein Multifunktionsbecken, das vor allem von den Vereinen gewünscht wird. Vom Land gibt es dafür eine Förderzusage über 30 Prozent. Der Rest muss über einen Kredit finanziert werden. Das, so Lecke, sei nicht ganz einfach. Sechs oder sieben Banken hätten die Finanzierungsanfrage grundsätzlich zurückgewiesen. Lediglich die Hausbank der Stadtwerke habe eine Prüfung zugesagt, allerdings unter der Bedingung, dass die Kreisstadt eine Ausfallbürgschaft für die Summe übernimmt. Neben den Zinsen und der Abschreibung für die Investition in das Multifunktionsbecken mit integriertem Hubboden rechnen die Stadtwerke mit jährlichen Kosten von 60 000 bis 80 000 Euro für Unterhaltung und Energie der Anlage.

Um die Bedingungen aus dem Förderbescheid des Landes zu erfüllen, müssten die Arbeiten zur Montage des Beckens bis Ende kommenden Jahres abgeschlossen sein. Bürgermeister Alexander Heppe sagte, er könne sich vorstellen, dass neben Vereinen auch die Bundespolizei, das Klinikum und Behinderteneinrichtungen mit zusätzlichen Angeboten zu den Nutzern gehören könnten.

330 000 Euro hatten die Stadtwerke in diesem Jahr für Sanierungsarbeiten im Hallenbad ausgegeben: Die Decke wurde erneuert, die Belüftung saniert, Unterwasserbeleuchtung eingebaut. Für das kommende Jahr stehen 35 000 Euro für das Außengelände im Wirtschaftsplan. „Das Areal lässt sich auch ohne großes Becken und mit relativ wenig Geld attraktiv gestalten“, so Lecke.

Mit 60 000 bis 65 000 Euro im Jahr beziffert Lecke die Einsparung an laufenden Kosten durch die Schließung des Freibades.

Für den städtischen Haushalt hätte das steigende Defizit im Schwimmbad direkte Folgen: Weil die Überschüsse der Stadtwerke durch den höheren Zuschussbedarf geringer ausfallen würden, würde auch die Gewinnentnahme durch die Stadt sinken müssen.

Von Harald Sagawe

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