Begegnungsstätte sucht Männer und Frauen, die Deutsch unterrichten

Deutschunterricht: Hans Sachs unterrichtet Fatuma Ali und Hellen Gebiremdin in der Begegnungsstätte Diversity in Eschwege. Er hilft ehrenamtlich. Foto: Sagawe

Eschwege. Die Begegnungsstätte Diversity in Eschwege sucht dringend Männer und Frauen, die Flüchtlingen helfen, die deutsche Sprache zu lernen und auch sonst etwas zu erzählen haben über das Leben in Europa.

Hans Sachs übt mit Fatuma Ali einfache Wörter. Die Frau aus Somalia nimmt zweimal pro Woche am Deutschunterricht in der Begegnungsstätte Diversity in Eschwege teil. Hans Sachs unterrichtet die Ostafrikanerin, die vor Bürgerkrieg und Terror aus ihrer Heimat geflüchtet ist, ehrenamtlich. „Die Flüchtlinge lernen mit so viel Engagement, das macht Spaß“, sagt Sachs, der auf Bitte Wilfried Schreibers in seiner Freizeit hilft. Er tue das gern und nehme auch für sich etwas dabei mit.

Schreiber leitet die Einrichtung am Hospitalplatz und er macht sich Sorgen um den Fortbestand des Deutschunterrichts. „Wir haben viel zu wenige Lehrer“, sagt er. Die Flüchtlinge seien an Sprachkenntnissen und Integration sehr interessiert und kämen deswegen jeden Mittwoch und Freitag in großer Zahl. Und die Fortschritte seien erfreulich gut.

Hellen Gebiremdin, die in Eritrea lebte, bevor sie nach Deutschland kam, ist schon einen Schritt weiter. Sie versteht die fremde Sprache bereits und übt sich fleißig darin, Deutsch zu sprechen. Sie sitzt am Tisch mit Hans Sachs und Fatuma Ali. Die Schüler lernen in Gruppen. Im Durchschnitt 25 Männer und Frauen nehmen daran teil; manchmal auch mehr. Dann wird es eng. Und vor allem Lehrer fehlen. Die Helfer sind dann schnell überfordert, das Lernergebnis wird schlechter.

Deutschlehrer müssten die Helfer nicht sein, nicht einmal ausgebildete Pädagogen, erklärt Wilfried Schreiber. „Menschen wie du und ich, Muttersprachler, die den Flüchtlingen vermitteln, worum es geht“, beschreibt er das Anforderungsprofil. Der Deutschunterricht ist breit ausgelegt und beschränkt sich nicht nur auf die Vermittlung von Sprachkenntnissen – auch wenn Vokabeln und Grammatik natürlich im Mittelpunkt der zweieinhalbstündigen Lerneinheiten stehen. Es geht auch um die deutschen Lebensgewohnheiten und Umgangsformen der für die Flüchtlinge oft fremden Kultur. „Mülltrennung und Umweltschutz sind ebenso Themen wie die korrekte Formulierung von Fragen und Aufforderungen“, erklärt Schreiber die vielfältige Arbeit im Unterricht in der Begegnungsstätte.

Der Deutschunterricht findet mittwochs und freitags in der Zeit zwischen 15 und 17.30 Uhr in der Begegnungsstätte am Hospitalplatz in Eschwege statt.

Kontakt: Wer helfen möchte, wendet sich an Wilfried Schreiber unter den Telefonnummern 0 56 51/7 41 08 44 und 0160/5 76 25 54 oder per E-Mail an begegnungsstaette-esw@gmx.de

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