Kirchenkreise Eschwege und Witzenhausen fusioniert

Dekanin Ulrike Laakmann packt Umzugskartons für zweites Büro in Eschwege. Kirchenkreis Eschwege und Witzenhausen fusionieren zu Kirchenkreis Werra-Meißner. aufgenommen am 27.12.2019Foto: Evelyn Paul
+
Dekanin Ulrike Laakmann packt Umzugskartons für ihr Büro in Eschwege. Ab heute ist sie an beiden Standorten zu erreichen.

Seit gestern sind die Kirchenkreise Eschwege und Witzenhausen zu einem Kirchenkreis Werra-Meißner zusammengeschlossen. Der gehört jetzt zu einem der größten der Landeskirche.

Werra-Meißner – Das neue Jahr bringt Veränderungen, auch für die evangelische Kirche: Die Kirchenkreise Eschwege und Witzenhausen bilden seit dem 1. Januar 2020 zusammen den Kirchenkreis Werra-Meißner. Dieser Schritt ist von beiden Seiten seit Jahren vorbereitet worden. Die Landeskirche Kurhessen-Waldeck hatte 2015 ihre Regularien zur Größe eines Kirchenkreises verändert, sodass eine Fusion notwendig wurde.

Von Herleshausen bis Marzhausen 

Der neue Kirchenkreis Werra-Meißner erstreckt sich nun von Herleshausen im Südwesten bis zum Neu-Eichenberger Ortsteil Marzhausen im Norden. „Der Schwalm-Eder-Kreis ist noch größer, aber wir gehören nun schon zu den größten Kirchenkreisen in Kurhessen-Waldeck“, sagt Dekanin Ulrike Laakmann. Sie leitet den zusammengeschlossenen Kreis. Dr. Martin Arnold, Dekan des bisherigen Kirchenkreises Eschwege, hat sich entschieden, frühzeitig in den Ruhestand zu gehen.

Gremien werden im März neu gewählt

„Im März wird die Synode dann die neuen Gremien wählen“, kündigt Laakmann an. Auch einen stellvertretenden Dekan. Bisher war dies ein ehrenamtlicher Posten. Aufgrund der Größe des Kirchenkreises hat die Landeskirche aber beschlossen, zur Unterstützung der Dekanin einem Stellvertreter eine halbe Stelle zu gewähren. Wegen der großen Anzahl an kleinen Gemeinden werden viele Termine gleichzeitig sein, schätzt Laakmann. Sie hofft aber, mit Hilfe ihres Stellvertreters alle Termine abdecken zu können.

Laakmann bleibt Dekanin und zieht mit Büro nach Eschwege   

Laakmann wird ab heute neben ihrem Büro in Witzenhausen auch eines in Eschwege haben. „Es ist geplant, dass ich dienstags und freitags in Witzenhausen bin und am Montag, Mittwoch und Donnerstag in Eschwege, sofern ich nicht bei anderen Terminen bin.“

Diese Regelung bleibt bis zu ihrem Ruhestand in drei Jahren erhalten. „Für mich ist das eine gute Übergangslösung. Wie sich das in der Praxis leben lässt, werden wir sehen.“ Ihr Nachfolger soll sein Dekanatsamt von Eschwege aus führen.

Zusammenschluss nach eigenen Vorstellungen gestaltet

Nach dem Beschluss der Landeskirche haben sich beide Kirchenkreise dafür eingesetzt, den Zusammenschluss nach ihren Vorstellungen zu gestalten. „Es war gut, diesen Weg mitzugehen“, sagt Laakmann. „Die Kirchenkreise pflegen seit Jahren eine gute Kooperation.“ Mit Steuerungsgruppen und zum Beispiel einem Fusionskongress konnten sowohl Mitarbeiter als auch Ehrenamtliche ihre Ideen für den neuen Kreis einbringen. 

Fusion der Kirchenkreise – Aufgaben sollen schon im Frühjahr aufgeteilt werden

Mit der Fusion der Kirchenkreise Eschwege und Witzenhausen übernimmt Dekanin Ulrike Laakmann, die bislang dem Kierchenkreis Witzenhausen vorstand, die Leitung über die evangelischen Kirchen im gesamten Landkreis. Für sie bedeutet das, zumindest bis zur Neuwahl der Gremien durch die Synode im März, dass sie die doppelte Arbeit bewältigen muss. Ihr Eschweger Kollege, Dekan Dr. Martin Arnold, wird am Mittwoch, 15. Januar, in der Marktkirche in der Kreisstadt in den Ruhestand verabschiedet. Der Gottesdienst beginnt um 17 Uhr.

Niemand darf die Erwartung haben, dass ich an zwei Orten gleichzeitig sein kann. Dekanin Ulrike Laakmann „Wie ich es bereits ins Kirchenblatt geschrieben habe, darf niemand die Erwartung haben, dass ich an zwei Orten gleichzeitig sein kann“, sagt Laakmann und bittet um Verständnis. Sie werde sich nach Kräften bemühen, allen Aufgaben nachzukommen, aber eine Antwort könne dann auch einmal etwas länger dauern. Im März wählt die Synode dann alle Gremien des Kirchenkreises neu, auch einen stellvertretenden Dekan. „Wir müssen dann klären, wie wir welche Aufgaben aufteilen können.“ Das einige Aufgaben aufgrund der fehlenden halben Stellen wegfallen könnten, könne sie sich im Moment aber nicht vorstellen. 

Besonders wichtig sind der Dekanin die Gottesdienste im gesamten Kirchenkreis. Bisher konnte sie ungefähr drei Sonntage im Monat nutzen, um Gottesdienste zu halten. Diese Anzahl möchte Ulrike Laakmann auch als Dekanin für den Werra-Meißner-Kreis beibehalten. „In Eschwege und Witzenhausen werde ich häufiger sein, aber ich hoffe, dass auch die kleineren Gemeinden mich einladen, damit ich den gesamten Kirchenkreis kennenlernen und die Menschen mich.“ 

Der Zusammenschluss der Kirchenkeise bedeutet für Laakmann vor allem mehr Arbeit, dennoch freut sie sich auf die Begegnung mit den Menschen. „Auch wenn die Kirche andere Strukturen bekommt, soll sie trotzdem nah und erreichbar bleiben.“ Gerade in Zeiten des gesellschaftlichen Wandels habe die Kirche viel zu sagen, ist Laakmann überzeugt. Allerdings gibt es auch Aufgaben, die sie als Dekanin nicht mehr wahrnehmen kann. „Ich musste mich bereits im letzten Jahr von einem Teil der Gemeindearbeit verabschieden.“ Dazu zählen Geburtstagsbesuche, Beerdigungen und Seelsorge. „Ich finde das sehr schade, aber ich verstehe, dass es nicht mehr geht."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare