Beim Vater viel abgeschaut

Lena und Friedrich Arnoldt sitzen gemeinsam für die CDU im Kreistag

Gemeinsam in der Politik: Zuhause diskutieren Lena und Friedrich Arnoldt auf der warmen Ofenbank über Politik, im Kreistag Werra-Meißner teilen Tochter und Vater die harte Oppositionsbank. Foto: Sagawe

Germerode. Lena Arnoldt ist mit Politik aufgewachsen. „Ich bin in einer politischen Familie groß geworden“, sagt die CDU-Landtagsabgeordnete, die gemeinsam mit ihrem Vater Friedrich auch im Kreistag Werra-Meißner sitzt.

Sie hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. „Das hat sich so ergeben“, sagt sie. „Im Moment erfüllt mich der Beruf sehr, und ich bin jeden Tag dankbar dafür.“ Politik ist auch für Friedrich Arnoldt Hobby und mehr: Leidenschaft – und das seit inzwischen 35 Jahren. Er führt die christdemokratische Fraktion in der Gemeindevertretung Meißner. Das tut Arnoldt, seit er 1981 erstmals in das Gemeindeparlament gewählt wurde.

Dabei war der Weg in die CDU gar nicht zwangsläufig. „Als ich infolge der Gebietsreform in die Kommunalpolitik geraten bin, wurde ich zuerst von der SPD angesprochen“, verrät Arnoldt. Entschieden hat er sich aber schließlich für die junge, gerade gegründete CDU in Meißner. Und was wäre schlimmer für ihn: Wenn Tochter Lena sich in der SPD engagieren würde oder politisch gar nicht aktiv wäre? „Jeder vernünftige Mensch hat einen vernünftigen Platz“, antwortet Friedrich Arnoldt, „an erster Stelle steht das Engagement; es ist wichtig, sich einzubringen.“

Schon früh im Leben der jungen Politikerin gehörten die intensive Lektüre der Tageszeitung und die kontroverse innerfamiliere Diskussion über die Inhalte zum Alltag. Mit Friedrich Arnoldts erstem Bürgermeisterwahlkampf in Meißner wurde Politik für Tochter Lena auch zum praktischen Erlebnis: Klinkenputzen und Infostände waren vorübergehend Tagesgeschäft. Die Wahl ging verloren, die Erfahrungen waren von bleibendem Wert für spätere eigene Kandidaturen der heute 33-Jährigen, die seit 2013 Mitglied des hessischen Landtags ist.

Friedrich Arnoldt wurde 2001 erstmals in den Kreistag gewählt. Seit 2006 teilen Vater und Tochter den Platz auf der Oppositionsbank. „Ich habe mir bei meinem Vater viel abgeschaut“, sagt Lena Arnoldt.

Von Harald Sagawe

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