Beleidigung wird mit Faustschlag quittiert: Gericht verhängt Geldstrafe

Werra-Meißner. Ein geklautes Portemonnaie, in dem anschließend 200 Euro fehlten, eine Beleidigung gegen die Mutter und ein Faustschlag mitten ins Gesicht: Ein in Witzenhausen lebender 31-jähriger Mann hat sich am Dienstag vor dem Eschweger Schöffengericht wegen des räuberischen Diebstahls und der Körperverletzung verantworten müssen.

Zur Rechenschaft gezogen ist er aber letztlich nur wegen dem zuletzt genannten Vorwurf – die Beweislage für den anderen war zu dünn. Zahlen muss er nun neben den Gerichtskosten auch eine Geldstrafe von 1000 Euro, aufgeteilt auf 100 Tagessätze zu je zehn Euro.

Passiert ist alles Anfang November des vergangenen Jahres. In einem Witzenhäuser Studentenclub soll der aus Tunesien stammende Angeklagte einen Südafrikaner nach einer Zigarette gefragt und diesem dann das Portemonnaie aus der Hosentasche gestohlen haben, als sich dieser nach der Tasche bückte. Als der Südafrikaner den Diebstahl bemerkte, das Portemonnaie dann aber ohne das Geld wiederbekam, sprach er den Tunesier darauf an – und bekam als Reaktion die Faust mitten aufs Auge, das so stark anschwoll, dass er zwei Tage nichts sehen konnte.

Zeugen für diesen Ablauf gab es jedoch keine, und auch der Südafrikaner gab gegenüber dem Richter eine etwas andere Version an als noch im November gegenüber der Polizei. Bestätigt wurde lediglich der Faustschlag ins Gesicht – und zwar vom Angeklagten selbst, wie er gleich zu Beginn der Verhandlung zugab. Zu dem sei es deshalb gekommen, weil der Südafrikaner zuvor seine Mutter und seine Nation beleidigt und ihn selbst an der Schulter geschlagen habe.

Begleitet wurde die Verhandlung von zwei Dolmetschern: Weder der angeklagte Tunesier (arabische Sprache) noch der Südafrikaner sprachen ausreichend Deutsch. 

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